Vollkornbrötchen um 17.00 Uhr

Sieben Jahre lang war 17.00 Uhr meine Schwerstarbeitszeit. Kisten in die Treffenräume befördern, Tische und Stühle aufstellen und Produkte arrangieren. Heute komme ich um 16 Uhr von einer Verabredung nach Hause und überlege, zu was ich gerade Lust habe.

Seit der Fachtagung in Bonn lässt mich das Thema „Vollkorn“ und „Ballaststoffe“ nicht los. Wie bei jedem Spleen, den ich  entwickle, ernte ich spöttische Kommentare meiner Lieben. An mein neues Frühstücksbrot (Vollkorn mit Käse und dicken Apfelscheiben) haben sie sich schon gewöhnt und wahrscheinlich probieren sie es heimlich auch schon aus.  Ich hatte es von den Norwegern abgeguckt.

Meine Müslimischung aus Haferflocken, Weizenkleie, Kakaopulver, Mandelstückchen und Streusüße finden sie echt lecker – ich finde es ultragesund.

Jetzt hab ich mal wieder Vollkornmehl gekauft. Weizenvollkornmehl, Dinkel…,

Und  habe gerade, quasi aus Langweile, himmlisch leckere Vollkornbrötchen gebacken, mit Haferflocken, Kleie und frischer Hefe. Sie triefen vor Gesundheit und ich kann es kaum fassen. Montagabend um 17.00 Uhr. Das Leben ist schön.

Evidenz und Relevanz

Habe mich zwei Tage auf einer Fachtagung der Ernährungswissenschaften herumgetrieben um mein Wissen upzudaten (sodass ich weder bloggen, noch Emails beantworten konnte) und mir dröhnen die Ohren. Von Fachbegriffen über KHK  (koronare Herzkrankheiten) über die Evaluierung (Bewertung) der Bedeutung der so schmerzlich unterschätzten Ballaststoffe in der täglichen Ernährung. Im Geiste miste ich bereits vor Ort meinen Vorratsschrank aus. Die nahezu ballaststofffreien Ceralien wie Cornflakes und Co. raus! Wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Mehr Haferflocken, mehr Vollkorn- und ganz besonders Roggenvollkornmehl. Banane und Apfel aufs Käsebrot gepackt, zu jeder Mahlzeit ein glyxarmes Lebensmittel, was angeblich nicht unglücklicher, sondern glücklicher und gesünder machen soll.

Als ich wieder zu Hause eintrudele, hat meine Tochter Pfannekuchen für die ganze Familie gebacken. Aus Weißmehl. Aber mit einem Riesentopping gedünstetem Gemüse. Ich danke Gott für meine Tochter und verspeise mit Hochgenuß ein nahrhaftes, gesundes  Essen, dass ich nicht selbst gekocht habe. Ich liebe den goldenen Mittelweg. Wir sind auf einem guten (Mittel)Weg.

Aktien

Eigentlich bin ich werberesistent. Falle grundsätzlich nicht auf Angebote herein, denn M. hat mir erläutert, dass Werbung damals im Osten Bedarfsweckung genannt worden ist. Völlig ausgereift ist die Resistenz natürlich noch nicht. Aber Nutella im Angebot für 1,11 € stellt für mich keine Versuchung dar! Ich kaufe sowieso nur die Billigvariante  für 0,99 €. Die hält länger, weil ich sie nicht anrühre.

Weil ich im Moment mehr Zeit habe, habe ich Geld für zwei Bücher gespart, indem ich sie im Hugendubel leergelesen und schön wieder ins Regal gestellt habe.

Aber heute in der Gemeinde hats mich erwischt. Und ich habe – mir nichts dir nicht – zwei Wertpapiere gekauft. Man versprach mir dafür die Beteiligung an Glücksmomenten und eine tägliche Gewinnausschüttung.

Als Gemeinde lassen wir im Oktober in Tansania (Mlandizi) einen Brunnen graben, damit das Dorf mit Wasser versorgt wird und nicht mehr darauf angewiesen ist, dass zweimal in der Woche ein Lastwagen Wassertanks herankarrt oder auch nicht. Und ich bin mit Brunnenaktie 4 und 116 an der Sache beteiligt!

Schon wenn ich darüber schreibe, merke ich etwas von der Gewinnausschüttung. Dabei hab ich das Geld noch gar nicht überwiesen. Geben ist seliger als Nehmen und Schenken macht glücklich 8)

Kein Rätsel

Es ist kein Rätsel, wo ich war, als  ich 30 Teebecher, 30 Gläser, 2 Wasserkrüge, 1 Tee-Ei und 6 Sektgläser gekauft,  einen Kaffee umsonst bekommen  und schlappe 29,- € bezahlt habe…

Als dann der Kassierer mich noch anstrahlte und: „Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag, Frau Nordstrand“, sagte, weil er blitzschnell auf der EC-Karte meinen Namen gelesen hatte, fand ich, dass die Schweden ihren Job richtig gut machen.

Kein Rätsel, kein Wunder. Gutes Marketing. 8)

Life-Balance

Da opfern viele Menschen in der ersten Lebenshälfte Zeit, Gesundheit und Lebensqualität,  um Geld zu verdienen und müssen all das in der zweiten Lebenshälfte investieren, um die Gesundheit und Lebensqualität zurückzugewinnen.

Eine Freundin, die vom Arzt unvermittelt die Diagnose Diabetes gestellt bekam, war durch den Wind, als sie mit mir sprach. Jahrelang hatte sie sich vorgenommen, mehr für ihre Gesundheit zu tun und es immer wieder aufgeschoben. Gründe dafür gab es täglich. Aber nun sagte der Arzt:  Schluß mit Lustig. Nicht nur die Ernährung musste sie rigeros verändern, sondern sie kam auch an einer medikamentösen Behandlung nicht vorbei.

Als ich die Biographie der Erdmuthe von Zinzendorf las, war ich einerseits hingerissen von ihrem leidenschaftlichen Einsatz für den Glauben und das Werk der Herrnhuter Brüdergemeinden, das durch sie und ihren Mann erwuchs, anderseits stimmte es mich nachdenklich, zu hören, dass schon mit 50 Jahren „ihre Hütte“, also ihr Körper nicht mehr mitmachte. Natürlich waren in der damaligen Zeit die körperlichen Erfordernisse immens.

Warum reagieren wir oft erst dann, wenn es zu spät ist?

Gestern habe ich mit meiner Krankenkasse telefoniert und mich über meine eigenen Möglichkeiten, Präventionsmaßnahmen in Anspruch zu nehmen, informiert. Zu meinem Erstaunen teilten sie mir mit, dass ab 2011 die Möglichkeiten für Präventionsmaßnahmen eingeschränkt werden. Statt 2x im halben Jahr haben wir Beitragszahler dann nur noch 2x im Jahr die Möglichkeit, einen Präventionskurs zu buchen, den die Krankenkasse zu 80% bezuschusst. Da hab ich mir mal flugs noch einen Kurs für 2010 gesucht…..

Und biete selber den Kurs „Lebe leichter mit Schwung“ an – 11 x Ernährungscoaching und 11x Bewegung unter fachkundiger Anleitung für einen Eigenanteil von 48 € . Da muss ich keine Rechenkönigin sein, um herauszufinden, dass sich das lohnt.

Zu spät

„Was gehts mir grade so gut“, dachte ich und wunderte mich, wie entspannt ich in den frühen Abend gleiten konnte, ohne Eile, ohne dieses ständige auf die Uhr schauen. Sieben Jahre war ich fast jeden Wochentag abends beruflich unterwegs gewesen.

Ich hatte mir eine CD mit chilliger Musik  aufgelegt, die ich beim Abschied von einer Teilnehmerin bekommen habe, trank eine Tasse „Ich tu Dir gut Tee“, den eine andere  mir geschenkt hatte und konnte die Ruhe und Stresslessness kaum fassen. Ich tanzte sogar ein bisschen im Wohnzimmer rum. Was für ein Luxus! 8)

Bis ich realisierte, dass es allerhöchste Eisenbahn war, zum Vortrag aufzubrechen, den ich bei den Mitarbeiterinnen des Frühstückstreffens für Frauen halten sollte. Und kam tatsächlich ein paar Minuten zu spät. Ich, die Beamtentochter, die jahrelang alle Termine  minutiös geplant hat, kam nach dem offiziellen Beginn am Ort des Geschehens an.

Frau V., die mich eingeladen hatte, atmete sichlich erleichtert auf. Sie war wohl gerade dabei, sich ein Alternativprogramm zu überlegen! Und worüber sprach ich? Änderte flugs mein Thema ab und sprach, aus gegebenem Anlass über „mehr Zeit zum Leben“ 🙂

Musculus Soforticus

Ich strotze ja nicht gerade vor Muskeln. Und auch über meine fehlende Liebe zum Sport macht sich meine ziemlich sportliche Familie ständig lustig. Aber ein Muskel bei mir funktioniert: Der sogenannte Musculus Soforticus ist gut trainiert!

Statt ständiger Aufschieberitis schreibe ich mir in taffen Zeiten eine To do Liste und arbeite sie unverdrossen ab. Einige der Projekte, die da stehen, mag ich dann, vor einigen graut mir.

Die 72 Stunden-Regel besagt: „Alles, was Sie sich vornehmen, müssen Sie innerhalb der nächsten 72 Stunden beginnen, sonst sinkt die Chance,dass sie das Projekt jemals umsetzen auf 1%.

Vielleicht kommt mir dabei zugute, dass ich kein Perfektionist bin. Ich wollte meinen ersten Newsletter richtig professionell gestalten. Leider kam ich mit meinem  neuen Publisher nicht so glänzend zurecht, wie ich es mir erträumt hatte. Da hab ich ihn halt unprofessionell erstellt – aber die Aufgabe ist vorerst erledigt.

Heute steht das Grauen auf dem Plan, Garage aufräumen! Mal gucken, ob ich hier sofort professionell bin. Dann müsste ich eigentlich ein paar Regale anschrauben. Und das tu ich sicher nicht! Aber die Aufgabe ist vorerst erledigt 8)

Shopping-Details

Kleines, aber nicht unwichtiges Fazit meines letzten Kleidungskaufs:  Ab jetzt nur noch mit Lesebrille.  Habe in Norwegen eine echt schicke Stretchhose  leider eine Nummer zu klein gekauft und mich sehr gewundert, dass sie so eng saß…räusper, räusper…Zu Hause hab ich dann die wahre Größe erkannt. Wollte aber sowieso mal wieder ein, zwei Kilo abspecken, nach dem Schwi-Mu-Urlaub mit viel Brunost und jedem Tag Dessert 8)

Skype & Co.

Eigentlich fand ich meine eigenen Fortschritte bezüglich neuster Technik gar nicht so schlecht. Aber als wir Magnes Eltern besuchten, mussten wir feststellen, dass wir in dieser Hinsicht Waisenkinder sind.

Im Wohnzimmer meines fast 90jährigen Schwiegervaters steht ein riesiger, funkelnagelneuer Apple-Computer. Mit dem skypen, also bildtelefonieren sie neuerdings mit Kindern und Enkeln in aller Welt – naja auf jeden Fall mit der Enkelin in New York und dem Rest der Familie, die etwas weiter entfernt wohnen.

Außerdem besitzt mein Schwiegervater das neuests Iphone, benutzt es auch, ärgert sich über Funklöcher, schreibt SMS  und hat einen Rasenmäher, der sich an drei Tagen in der Woche morgens alleine einstellt und die Arbeit erledigt. Mit 89 find ich das angebracht 🙂

Da waren wir wieder

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Am Morgen bei schönstem Wetter von der kleinen Insel in der Nähe von Bergen aufgebrochen und nachmittags  schon wieder in Frankfurt gelandet. Wir haben uns richtig gut erholt. Aber wer mich kennt weiss, bei mir kribbelt es schon wieder.  Zu spannende Projekte warten in diesem Herbst auf mich.

In dem dicken Packen Post, der zu Hause auf mich wartete, lag druckfrisch die Urkunde vom Verband der deutschen Diätassistentinnen, verbunden mit der Gratulation, dass ich zum Kreise derer gehöre, deren Qualifikationen von den Krankenkassen anerkannt werden. Und eine noch viel bessere Nachricht direkt von den Krankenkassen ereilte mich, aber die gebe ich dann erst mal per Newsletter weiter…

Außerdem habe ich so eine Lust, den Frauentag  im Oktober vorzubereiten und das Gute ist: Ich hab sogar Zeit dazu! Was ich mir die letzten Jahre gewünscht habe…es scheint wahr zu werden… Mehr Zeit zum Leben!