Letzte Warnung

Oute mich ja regelmäßig als trockener Schokoholik und fühle mich von daher legitimiert, entsprechende Warnhinweise an Süßigkeitenjunkees weiterzugeben. Die argumentieren ja meist damit, sie bräuchten Schokolade, müssten auf jeden Fall etwas im Haus haben, manche für Besucher, für Kinder und Ehepartner, die ja nicht mitverhaftet werden dürfen, nur weil man/frau gerade mal abnehmen will und wollen durch maßvolles Genießen späteren Heißhungerattacken vorbeugen. Alles schön und gut, wenn es denn so ist…

Meine Erfahrung aus über zehn Jahren Ernährungscoaching ist eine andere: Verzehr von Süßem lockt den nächsten Japp auf mehr Süßes hervor. Der erste Griff zum dosierten Genuss führt bei Junkees zum Leeren der Packung, der Tafel, das erste Nugatei zum Plündern des Nestes DES EIGENEN KINDES…

F. hatte viele Packungen Nugateier IM ANGEBOT FÜR DIE KINDER gekauft, sehr rechtzeitig, aus Sorge, dass die Firma Lindt ihre Produktion einstellen würde. Natürlich wurden sie längst und zwar im Laufe eines Abends und zwar von ihr gegessen worden und natürlich hat Lindt die Produktion nicht eingestellt und morgen kauft sie Nachschub FÜR DIE KINDER…

WAS DU FÜR DIE KINDER KAUFEN SOLLST, DA HALTE ICH MICH RAUS.

NUR: FALLS DU ZUFÄLLIG GERADE MITTEN IM LEBE LEICHTER MODUS BIST, KANN SO EINE PACKUNG NUGATEIER DEINE SCHÖNEN VORSÄTZE ZUNICHTE MACHEN…

Wie wärs, wenn Du zu Ostern Deine anderen Sinne verwöhnst: Musik für die Ohren, Natur pur für die Augen, Bewegung für den Körper…

MEINE KINDER MEINEN, ICH SOLLE LOBEND ERWÄHNEN, DASS ICH HEUTE IM GARTEN MIT IHNEN BADMINTON GESPIELT HABE…ICH WILL JA NICHT ANGEBEN, ABER ICH FAND DAS AUCH GANZ GUT…

 

 

 

Kurs-Abschluss

frühstück2

Obwohl ich erst gegen 2.00 Uhr ins Bett gekommen war…um 6,30 war ich einigermaßen ausgeschlafen und freute mich auf den Abschluss des Vormittags-Lebe-leichter-Kurses.

Der “Beste” hatte 12 Kilo abgenommen, seine Blutfettwerte waren so gut wie lange nicht und der Diabetes 2 hatte sich verzogen… Wow. Die Feedbackrunde war einhellig positiv…

Wie auch in den vergangenen 11 Wochen viel Gelächter, weil einige Teilnehmer immer wieder von ihren Pannen berichteten, was so symphatisch macht und während der Wochen eine Antiheiligenscheinatmosphäre hatte aufkommen lassen. Es gab im Kurs Hardliner (die die anderen fragen, warum man die Schokolade überhaupt zu Hause gehabt hat) und Softliner (die den Osterhasen der Enkel die Ohren abbeißen…und dann neue kaufen müssen, aber trotzdem eine Abnahme von 10 Kilo haben, so soft ist das ja dann auch nicht..Hut ab).

Ein toller Kurs mit netten Leute und wie immer bog sich der Tisch angesichts der Herrlichkeiten. Ich hab getan, was ich konnte, jetzt habe ich fertig…

Rückblick

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Auf dem Weg zur Beerdigung. Mein Schwiegervater hat das Leben von vielen Menschen berührt. Meines auch. Ich bin dankbar.
Er war für jeden Fortschritt zu haben und immer bereit, etwas zu riskieren und zu investieren. Er war über 80 als er statt den angedachten Rasenmäher mit einem Motorboot das Geschäft verließ. Und es war ihm nicht unwichtig, dass sein Boot mehr PS hatte als die Boote seiner Neffen. Und wenn ihr seinen Rasenmäher sehen würdet, würdet Ihr sicher genauso staunen wie ich. Der wird eingestellt und mäht den Rasen allein. Währenddessen konnte er mit seinen Enkeln per Facetime kommunizieren? Was? Ihr wisst nicht, was Facetime ist? Für meinen Schwiegervater war das eine eher ältere App.

Vor der Haustür

Während im Haus die Emotionen toben, herrscht draußen Frühlingswetter und traumhafte Stille. Das erste Bild zeigt das Elternhaus von Magnes Vater. Es steht nur 1 Minute vom jetzigen Haus entfernt. Das zweite Bild ist ebenfalls direkt vor der Tür aufgenommen. 2013-03-25 11.45.30

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Waren Sonntag um 3.00 aufgebrochen und mit dem Flugzeug ab Frankfurt über Amsterdam nach Bergen geflogen.Da wartete schon Magnes Schwester auf uns. Dann müssen wir nur noch zur Fähre, die natürlich auch nicht wie ein Bus jede halbe Stunde fährt, ca 40 Minuten Fahrt. Weiter 30 Minuten Autofahrt und wir sind nach ziemlich genau 10 Stunden zu Hause. Keine Trauerstimmung. Es werden die nettesten Anekdoten erzählt. Der Schwiegervater, sehr fortschrittlich und im Besitz von Iphone 4 und 5 hatte zwei Tage vor seinem Tod geäußert, er würde sich jetzt endlich ein Ipad zulegen, weil das Pflegeheim nun endlich mal geschafft hätte, Wlan im Haus zu installieren.

Wenn wir in Norwegen sind, tauchen wir in eine Großfamilie im Stil von «my big fat greek wedding« ein. Wie mein Mann, der eher der kühle, zurückhaltende Typ ist zu dieser heißblütigen Verwandschaft kommt oder umgekehrt ist mir ein Rätsel. Kurze Zeit nach unserem Eintreffen tummeln sich 17 Verwandte zwischen 2 und 82 im Wohnzimmer sodass man sein eigenes Wort nicht verstehen kann. So lieben sie es.

Packen

Habe entschieden, dass ich ohne Laptop nach Norwegen fahre. Nur mein Tablet darf mit. Das Büro ist bis Donnerstag auf “autoresponder” gestellt. Um 3.00 heute Nacht gehts los und am Mittag sind wir schon in der wunderschönen Stadt Bergen. Mal schauen, ob ich schaffe, Euch ein paar Bilder vom schönsten Land der Erde zu zeigen..

Wo ist denn da die Freiheit?

Wenn ich beim Discounter Alkohol kaufe, piepst der Skanner alarmiert. Zusätzlich bittet eine der Angestellten JEDEN KÄUFER um den Ausweis.. auch ältere Herrschaften. Ich schmunzel in mich rein, wenn ich höre wie die Leute sich aufregen…ich finds nämlich gut.

Antworte gerade auf eine Email, wo S. schreibt: “Weihnachten hatte bei mir ein gewaltiges Nachspiel…” Sie musste gar nicht so viel mehr schreiben…ich kenne ihr Problem…Das selbe wie meins…Sind die süßen Sachen mal im Haus, haben sie eine magische Anziehungskraft. Der Gedanke, die Sachen könnten schlecht werden, heute ist eh egal, nur die Packung, erst nächste Woche, hat ja sowieso keinen Zweck…je nach Tagesform ziehen wir dann alle Register.

Ich schreibe ihr, dass ich bekennender Schokoholik bin und einzig und allein aus diesem Grund weder Nutella, noch Erdnußbutter, noch Schokolade einkaufe. UND JETZT HAB ICH MIR AUCH KEINE KNABSIS GEKAUFT…DENN DIE NUSSMENGEN IM MÜSLI WURDEN – TYPISCHER FALL VON SUCHTVERLAGERUNG – GRÖßER ALS GUT IST. Wir würden ja auch einem Alkoholiker nicht einreden, er müsse endlich lernen, die Sachen schön stehen zu lassen.

Aber das wärs doch: Wenn wenigsten der Skanner piepsen würde wie verrückt und die Angestellte schnell unseren BMI sehen will.

“Die Fee, die Dir die Sachen wegnimmt, kommt nicht”, schreibe ich ihr. Nur ich. Und falls es Dir so geht wie S…fühl Dich heute mal fest gedrückt. Wir schaffen das.

Keine Ovomaltine

Das Meeting in Marburg ist überraschenderweise um 11.00 Uhr beendet und ich nutze die Gelegenheit, um meine Eltern zu besuchen. In Kürze geben sie unser 50jähriges Eigenheim auf, um in eine Seniorenresidenz zu ziehen. Überall gepackte Kisten – und trotz aller Beteuerungen, dass dies und jenes gut von anderen helfenden Händen getan werden kann, ist Mutter (82) ohne Unterlass am werkeln und räumen. Ich treffe sie nicht zu Hause, sondern mit den Handwerkern in der neuen Wohnung an. Die Suppe ist gekocht – immerhin darf ich sie warm machen und den Tisch decken. Ich zwinge sie zu einem Mittagsschlaf, doch sobald das Telefon klingelt, ist sie wieder putzmunter.

“Ach Du trinkst ja keinen Kaffee”, sagt sie und macht sich am Herd zu schaffen. Argwöhnisch frage ich sie, was sie da macht. “Ich mach uns eine Ovomaltine”, meint sie, während die Milch schon warm wird. “Mutter, ich mag keine Ovomaltine”, sage ich streng. Mutter versteht, macht den Wassekocher an und schneidet Streusselkuchen auf. Fünf Minuten später trinke ich einen Tee, der mir nicht schmeckt und esse ein Stück Kuchen, dass ich nicht will….Das hab ich aber erst auf der Heimfahrt gemerkt.

Ausnahmezustand

Wenn ich so ruhig bin, kann das natürlich mehrere Gründe haben. Mir fällt nichts ein. Oder ich hab keine Zeit. Oder es ist was passiert. Es ist was passiert.

Im Moment herrscht Ausnahmezustand. Am Dienstagmorgen erreicht mich im Meeting eine SMS: “Schatz, mein Vater ist gerade gestorben”. Da setzt erst mal das eigene Herz aus. Trauer. Schock…Fragen.. Am Mittag weiß ich Bescheid. Der 92-jährige Schwiegervater war am Morgen aufgestanden, hat sich die Zähne geputzt, wurde schwach und eine Stunde später schon im Himmel. Letzte Woche hatten wir noch geskypt, gelacht..ein paar Tage später ist das Leben auf dieser Seite der Ewigkeit abgeschlossen.

Schöner gehts eigentlich nicht. Trotzdem kommt Traurigkeit auf. Und neben der Trauer müssen Dinge geregelt werden. Wann wird die Beerdigung sein, wer wird mitkommen, Flüge müssen gebucht werden und Hiesiges organisiert..denn in Würzburg läuft das Leben einfach weiter…während es in der Familie in Norwegen für ein paar Tage stehenbleibt. Mein Schwiegervater wird sich wundern, wer sich zu seinen Ehren alles auf dem Friedhof in Storeby einfindet, während er schon im Himmel herumtanzt. Ganz sicher.