Frei

Obwohl Sonntag ist, habe ich mich noch vor 7.00 Uhr aus dem Bettchen begeben. Ich wollte (sollte) doch meinen Lieblingshimbeerblechkuchen für das Kuchenbüffet in der Gemeinde backen. Ich stelle die Schüsseln für den Teig zurecht, torkle an den Kühlschrank, um die Eier für den Bisquit herauszuehmen. Kein Ei zu finden.

Als ich diesen Kuchen vor vier Wochen gebacken habe, mangelte es mir an Tortenguß, was ich erfinderischerweise mit Wackelpudding kompensierte. Für die Eier im Bisquit fällt mir keine Alternative ein. So sitze ich schuldsgefühlfrei um kurz nach 7.00 Uhr am Laptop und hab frei 🙂

Wir freuen uns auf Sie

Für Freitag und Samstag habe ich mich auf eine Fortbildung angemeldet. Heute in der Mittagszeit bekomme ich einen Anruf: „Schön, dass Sie sich angemeldet haben. Wir freuen uns auf Sie. Bringen Sie gerne Ihre Bücher mit und ein bisschen etwas über Ihre Arbeit.“ Weil ich keinen der Organisatoren der Fortbildung kenne, frage ich nach:“Meinen Sie „Lebe leichter?“ „Ja, und was Sie sonst noch machen“.

Man freut sich auf mich. Jetzt freue ich mich nicht nur auf das interessante Thema, sondern auf die Leute, die sich offensichtlich auf mich freuen 8)

Scandinavian feeling

Gestern nachmittag und abend saß ich dort,  jetzt schon wieder. Sitze mit meiner Kaffeetasse im Wohnzimmer und statt mit beladenem Wägelchen über schneeglatte Straßen zu rauschen, um meine Gruppen zu coachen, genieße ich die Adventszeit. Nicht, dass ich nichts arbeite, aber zur Abwechslung mal ohne Termindruck.

Immer wieder gab es arbeitsreiche Stoßzeiten in meinem Leben, immer wieder Zeiten zum Regenerieren und Genießen. Immer schön im Wechsel. Am anstrengendsten war wohl die Zeit mit drei und dann vier kleinen Kindern. Als sich Jahre später Wunschkind Nr. 5 anmeldete, lag die kräftezehrende Zeit schon wieder hinter mir.

Nach 16 Jahren Kindererziehung folgten siebene Einarbeitungsjahre in die Selbstständigkeit. Und wie ich inzwischen als Mutter die Früchte der Vergangenheit genieße, gehen mir die beruflichen Dinge gerade leicht von der Hand und ich tanke Energie für die nächsten Chancen meines Lebens. In der Ruhe liegt die Kraft.

Das perfekte Dinner

Allen, die im Moment kleine oder heranwachsende Kinder haben möchte ich heute zurufen: Es lohnt sich. Jede durchwachte Nacht, jede Träne, jeder investierte Euro und jede Diskussion. Irgendwann kriegt Ihr alles zurück. Vielleicht nicht alles an einem Tag, aber immer wieder, mal dosiert, mal geballt.

Geballt war gestern. Vier Kinder kochten meinem Mann und mir das perfekte Dinner. Mit Musik, Tischdekoration und sanfter Beleuchtung. Mit Vorspeise (griechischem Salat), Hauptgericht (Scampispieße, Auberginen-Mozzarella-Auflauf), Nachspeise (tarte au chocolate) und Getränken.

Nach dem Essen Wunschfilm mit Popcorn 🙂

Währenddessen machten diese Lieblingskinder die Küche sauber, immer wieder nachfragend, ob noch etwas fehlt. Mir fehlt nichts! Alles hat sich gelohnt!

Verkochte Spaghetti

…weil mich der Anruf eines Office-Versands faszinierte. Ob ich denn mit der letzten Bestellung zufrieden gewesen sei? Ich durchwühlte meine Gehirnwindungen, ob ich wohl vergessen hatte, die Rechnung zu bezahlen. Nein, es war alles Ok. Sie wollte nur wissen, ob ich zufrieden gewesen sei und ob ich evt. etwas brauche. Weil just an diesem Tag alle Waren versandkostenfrei das Haus verließen.

Da hatte ich mir eine Stunde vorher doch tatsächlich überlegt, wo ich günstige Versandtaschen her bekäme, wenn mein neues Buch lieferbar ist. 100 Stück für 29,. €….fand die freundliche Stimme im Nu für mich heraus. Ob ich die gleich bestellen möchte? Ich war so fasziniert von der eleganten, liebenswürdigen Marketingstrategie, dass ich sofort bestellte. Und da sind mir die Spaghetti verkocht.

Was ich nicht lernen will

Ab und zu ist es bequem, das Know How anderer anzuzapfen. Man kann schließlich nicht alles können. Und so habe ich mir jahrelang Einladungsflyer und gedruckte Infos von M. machen lassen. Der konnte das ja. Und ich nicht 🙁

Bis mir aufging, dass er das nur kann, weil er es sich angeeignet und so lange probiert hat, bis das Ergebnis ihm gefiel. Vor einigen Wochen hat M. mir einen Crash-Kurs gegeben. Seitdem kann ich die Einladungen für meine Frauenevents inclusive eigener Werbeflyer selber druckfertig vorbereiten.

Was für ein cooles Gefühl. Ich kann es selber!

Heute hatte ich Probleme mit dem Aktivieren meines Chip-Tan-Verfahrens (was das Onlinebanking sicherer macht). Hilfe! Wo war mein Mann, der Spezialist für alle Fälle?  Leider so weit weg, dass ich mich allein durchbeißen musste. Und siehe da, nach dem xten Versuch hatte ich den Durchblick. Konnte es selber! Also find ich es gut, wenn ich jeden Tag was dazulerne. Nur Winterreifen aufziehen lernen will ich im Moment nicht.

Die Wölfe

Eine alte Indianersage erzählt von einem Großvater, der seinem Enkel eine wichtige Lebensregel beibrachte. Der weise alte Mann sagte: „Mein Junge, im Inneren eines jeden Menschen tobt ein Kampf zwischen zwei Wölfen. Der eine Wolf ist böse. Er ist wütend, eifersüchtig, rachsüchtig, stolz und faul. Der andere Wolf ist gut. Er ist voller Liebe, Freundlichkeit, Demut und Selnbstbeherrschung. Diese beiden Wölfe kämpfen unablässig miteinander“.

Der kleine Junge dachte nach und gab zurück: „Und welcher von beiden wird gewinnen?“ Der Großvater lächelte und antwortete: „Der, der Du fütterst.“