Röcke und Rockermaschinen

„Ich muß Dir mal was Lustiges zeigen“. Björn holt mich an den Laptop. Er hat eine Website mit Telefonstreichen entdeckt. Solche Scherze sind normalerweise nicht so mein Ding, aber ich will wenigstens einmal zuhören. „Ruf halt den Papa an“, schlage ich vor. Wir hören, wie es im Arbeitszimmer bimmelt und mein Mann abnimmt.

„Guten Tag, mein Name ist Tropelmann. Ich bin Mitarbeiter des kommunalen Ortsverbandes, Zuständigkeit Wohnraumausgleich“. Mein Mann lauscht interessiert. Erfährt von einer sonoren Stimme, dass bald ein megagroßes Straßenfest in unserer Straße steigen wird "Röcke und Rockermaschinen" - und dass er im Moment noch eine Unterkunft für die Band "Molotow, die Bude brennt" sucht..."Denn die Nachbarn nehmen auf jeden Fall auch Leute auf...."Mein Mann bleibt unschlüssig, stellt einige forschende Fragen, dann bricht leider leider der Kontakt ab. Ich liege fast am Boden vor Lachen - und mein armer Mann kann fast nicht glauben, dass er einem Telefonstreich auf den Leim gegangen ist. "Zeig mal die Seite", bittet er Björn. Und der sucht die Website heraus und Björn darf noch einmal versuchen. Diesmal denkt Pfiffikus sich einfach eine Würzburger Nummer aus und landet wundersamerweise bei der Stadt Würzburg. "Wollen nur sagen, Pizza kommt später" Hier ist die Stadt Würzburg. Da sind sie aber falsch verbunden. Wir haben keine Pizza bestellt". Der freundliche Italiener lässt sich nicht beirren. "Sie hatte bestellt dreimal Pizza Camorra mit Schinke, Salami und Mozzarella. Pizza kommt später. Arrivederci" :-)

Auswärts essen

„Das Schwierigste sind die Feiern und wenn man auswärts zum Essen geht“, stöhnen meine Teilnehmer regelmäßig. Die meisten von ihnen sind nämlich viel unterwegs und feiern und essen gerne. Gestern „musste“ ich 2x essen gehen und feststellen, dass solche Feiertage wirklich ein regelrechtes Pointsmanagement erfordern.

Am Vormittag besuchte ich meine Eltern, die zur Kur in Bad Kissingen weilen. Geredet, gesessen, gegessen! Nach dem Besuch beim Italiener bedächtig durchs Städten gelustwandelt. Cappuccino getrunken.

Abends lösten Magne und ich einen Gutschein für ein 5-Gänge-Menü in einem Dettelbacher Spitzenrestauant mit Euro-Afrikanischer Küche ein. Dieses Überraschungsmenü hatte unsere Gemeinde uns zum 25-jähigen Ehejubiläum geschenkt. Ich kann behaupten: So gut wie gestern habe ich in den letzten 25 Jahren nicht gegessen. Ein absolut genialer Restaurant-Tipp. Allerdings muss man dafür erst mal ein bisschen Geld verdienen  -oder halt 25 Jahre verheiratet sein 🙂

47 Minuten mit Darlene

…oder: Ein Lied geht um die Welt.

Ich habe die DVDs des FiT-Programms inzwischen alle schon ein paar Mal gesehen. Heute lege ich beim Sport eine DVD von Darlene Zschech ein.  Darlene ist eine der prominentesten Musikpastoren der Welt.

War es für sie selbstverständlich, ihren „Traum“, moderne Kirchenmusik zu machen, zu verwirklichen?

Sie erzählte: „Ich war ein junges Mädchen und mein größter Wunsch war, in unserer Gemeinde etwas vorsingen zu dürfen. Als ich endlich durfte, war ich so aufgeregt. Ich kam mit meinem kleinen Keyboard unter dem Arm in den Gottesdienst und begann, es aufzubauen.  Ich wollte gerade beginnen,  da kamen einige der Leiter der Gemeinde zu mir und verboten mir, dieses „Teufelsinstrument“ im Gottesdienst zu benutzen. Erschrocken packte ich meine Sachen wieder zusammen“.

Darlene nahm  den Leitern diesen Zwischenfall nicht übel.  Aber sie träumte weiter davon, eines Tages moderne Kirchenmusik zu machen.  Heute gehen ihre Lieder rund um die Welt. Am liebsten mag ich: „Shout to the Lord“, geschrieben in einer persönlichen Krise nachdem sie ihr Baby verloren hatte. Hier ein Ausschnitt aus YouTube – mit Gänsehautfaktor. Wir singen dieses Lied in unserer Gemeinde auch.

Doppelt fit

Gedankenversunken staube ich die Wohnzimmermöbel ab. Auch unsern Fernseher, den Tunichtgut!

Da fällt mir ein, was V. neulich von ihrem Cousin erzählte. Weil der Fernseher von Familie D. an einem so sonnenverwöhnten Platz steht, hatte meine Schwester auf einem Teller ein Stück Fleisch zum Auftauen dort abgestellt. In der Zwischenzeit kam F. nach Hause und spottete: „Na, werden dem Hausgötzen schon Opfer gebracht?“

So weit ist es wohl noch nicht. Aber wenn ich bei meinem seltenen Zappen durch die Kanäle ein Programm suche, was mich während meiner Zeit auf dem Cross-Trainer ablenkt, kommt nur Murks.

Auf Kochsendungen, wie Frau B. bin ich eigentlich noch nie gestoßen. Wahrscheinlich laufen die zu anderen Zeiten – oder ich bin nicht der Typ für Kochsendungen und übersehe sie einfach.

Dabei sind Kochsendungen angesagt. Anscheinend treffen sie in einer Zeit, wo immer weniger gekocht und immer mehr Fast Food gekauft und verzehrt wird, eine undefinierte Sehnsucht nach „früher“, wo das Essen machen mit Zeitaufwand verbunden war und schließlich alle an einem Tisch saßen und zusammen aßen.

Frau B. allerdings, das weiß ich, schaut nicht nur gerne Kochsendungen, sondern bei ihnen werden neue Gerichte ausprobiert, zusammen Speisepläne erstellt und gemeinsam gegessen.

Damit ich mir nun nicht jeden Tag etwas Neues überlegen muss, was ich beim Trainieren schaue, habe ich die FiT-Lektionen herausgekramt. 33 Lektionen á 48 Minuten. Also darf ich meine Trainingszeit um weitere 8 Minuten erhöhen. Dafür muss ich vorher nicht 8 Minuten zappen, um eine Kochsendung zu finden. Kochsendungen gucken hat natürlich 0 Points.

Wenn die Lektionen zu Ende geschaut sind, ist Oktober und ich bekomme bestimmt ein Sportdiplom von Heike. Sie hat schon angerufen und mich zu meinem neuen Elan beglückwünscht.

Am 3. Oktober frische ich bei ihr mein Nordic Walking Grundwissen auf und mache einen Nordic Walking Kurs, hier bei uns in Würzburg, Es sind noch einige Plätze frei. Wer will, darf noch 🙂

Bekennende Couchpotato

verändert sich!

Ich fass es nicht. Da habe ich unseren „heimischen“ Cross-Trainer nun jahrelang ignoriert und mit Verachtung gestraft. Immerhin steht er mitten im Wohnzimmer und wie dekorativ das ist, ist definitiv Geschmackssache. Mann und Söhne habe ich bewundert, wie sie am Schwitzen auf dem Gerät Gefallen finden können – und endlich ist nun auch bei mir der Groschen gefallen.

Es kann Spaß machen! Wenn man sich erst mal aufgerafft hat. Wenn man nicht eine Ausrede nach der nächsten gelten lässt. Es stimmt nämlich: Der Erfolg fängt genau dort an, wo die Ausreden aufhören.

Meine „öffentlichen Bekenntnisse“, ein absoluter Sportmuffel zu sein, hatten sicherlich auch nicht dazu beigetragen, meine Motivation in punkto Bewegung zu erhöhen. Aber der Durchbruch scheint in greifbarer Nähe.

Seit ungefähr zwei Wochen gehe ich täglich auf den Trainer; gute DVDs zum Ablenken gibts bei uns mehr als genug – und habe die Trainingszeit inzwischen auf 40 Minuten erhöht. Da komme auch ich endlich mal in Schwitzen, was beim moderaten Walken bei mir nicht der Fall ist.

Bisher einzig erkennbarer Nachteil: Unsere beiden Duschen sind dauerbesetzt.

1.September

Das bedeutet: Eintritt in die zweite Hälfte des Jahres 2008. Die langsamen Sommerwochen haben wir alle genossen. Und freuen uns genauso, dass es wieder „weitergeht“.

Birgitta hat morgen den ersten Arbeitstag ihres sozialen Jahrs in einer Einrichtung für Behinderte. Für Magne geht es wieder richtig los – und auch meine Teilnehmer kehren so nach und nach aus dem Urlaub zurück und die Treffen werden wieder lebhafter 🙂

Eine Pastorenfrau aus  Norddeutschland rief mich an und erinnerte mich, dass ich einen Sprechertermin für November zugesagt hatte….. Und plötzlich begann ich mich so sehr auf diesen Herbst zu freuen 🙂

Unser Frauentag „Pretty woman“ Anfang Oktober, das Herbstfest mit meinen Teilnehmern am 24.Oktober, ein „Wellnesswochenende“ auf dem Dünenhof, wo Heike und ich zwar als Sprecherinnen eingeladen sind, aber die Vorfreude sagtt mir: „Das wird nicht anstrengemd, sondern einfach nur schöööön!“ Danach ein Wochenende in Neuenkirchen bei Soltau…Ich freu mich auf den Herbst 🙂

Scheibchenweise

Als meine Steuerberaterin mir eröffnete, dass ich meine Abrechnungen nun nicht mehr quartalsweise, sondern monatlich abgeben müsse, war nicht nicht sonderlich begeistert. Rechnungen und Belege zusammenzusuchen, alles ordentlich zusammen mit den Kontoauszügen abzuheften war für mich nervenaufreibenderals andere Tätigkeiten.

Inzwischen sehe ich die Vorzüge: Die Menge der Belege ist überschaubar und weil es nach so wenig Arbeit aussieht, habe ich schon heute, am 30.8. alles fertig gemacht.

Ist ja in anderen Bereichen ähnlich: In einer aufgeräumten Wohnung räumt man schnell wieder alles an seinen Platz, weil die Ordnung so schön ist.

Ein Extra-Pfündchen hat man schnell wieder im Griff. Sind aber 5 Kilo oder mehr zuviel auf den Rippen, braucht man einen richtigen Motivationsschub, um den „Berg“ anzugehen.

Apropos Motivation: Im Moment gehe ich jeden Tag auf unseren Cross-Trainer und  jetzt nehme ich meine Nordic Walking-Stöcke und laufe die große Runde.  Scheinbar werde ich auch scheibchenweise sportlicher 😉

Aussetzer

Nach zwei perfekten Wochen voll nach dem Flex Points Plan, mit Kochen nach den neuen Rezepten und täglichem Aufschreiben und Einhalten der Pointszahl ein „Aussetzer“ 🙁

Absolut keine Lust auf Blumenkohl, Putenschnitzel und Salat, sondern nur Gelüste auf Süß und Verboten. Ein Joghurt mit Kakao und Süßstoff half wenigstens etwas, den Jiper nach Süßem zu bremsen. Einen 500g Becher Joghurt, ein Päckchen Riegel und gute 13 Points später ist der Süß-Anfall überstanden. Ein Mittagessen hab ich heute echt nicht vermisst. Und die Pointszahl ist mir heute grade mal egal.

Außerdem: Wenn man einen Schritt zurück geht, dann ja wohl nur, um für die nächste Runde gut Anlauf zu nehmen 😉

apropos Autobahn

„Nehmen wir an, Sie sind auf dem Weg in den Urlaub und geraten auf der Autobahn in einen Stau. Dann kehren Sie ja auch nicht um. Sie sitzen den Stau aus, weil sie wissen, dass ein lohnenswerter, erholsamer Urlaub vor Ihnen liegt“. Genau dieses Argument benutze ich, wenn Teilnehmer in einen Abnahmestau geraten. Wenn nichts weitergeht und sich die Abnahme zieht wie Kaugummi.

He! Nur Fledermäuse lassen sich hängen 🙂

Lieber den Blick auf die schönen Seiten des leichten Lebens lenken. Wie viel besser die Kleidung inzwischen passt. Wie viel leichter Sie sich fühlen und sich bewegen. Wie viel fitter Sie durch die gesunde Ernährung und das Mehr an Bewegung sind. Es lohnt sich sogar sehr!

Apropos Autobahn. Da las ich doch vorgestern im Blog „Kreativ leben“, wie Angelika Autobahngebete gebetet hat. Einfach gebetet für Leute, die sie in den Städten kannte, an denen sie gerade vorbeifuhr. Zum Beispiel, als sie an Würzburg vorbeifuhr. „Upps, wen kennt Angelika in Würzburg“, ging mir sofort durch den Kopf. Eine kurze Mail genügte: Sie hatte für mich gebetet 🙂

Dieser Eintrag hat mich total berührt. Morgen fahren mein Mann und ich nach München. Mal gucken, an welchen Autobahnausfahrten ich an wen erinnert werde… Hoffentlich geraten wir nicht in einen Stau. Wenn ja, weiß ich wenigstens, dass ein erholsamer Kurzurlaub vor uns liegt. Und wüsste, was ich in der Wartezeit tun kann 🙂

Leben, als wäre es der letzte Tag

war der Schlußsatz meines letzten Blogeintrags. Gestern morgen frühstückten die 153 Passagiere der Spainair-Airline und freuten sich sicher schon auf ihren Flug von Madrid nach Las Palmas. Am frühen Nachmittag kamen sie im Flammeninferno des Unglücksflugzeugs ums Leben.

Welch furchbare Tragödie und abruptes Ende ihres Lebens. Mein Mitgefühl gilt den vielen Angehörigen, die nun grausame und traurige Lebensphasen durchzustehen haben. Wie viele Monate oder Jahre werden sie brauchen, bevor sie den Verlust verkraftet haben?

Der deutsche Olympiasieger dieser Woche, im Schwergewichtheben, Matthias Steiner, der vor einem Jahr seine Frau durch einen tragischen Autounfall verlor, widmete das Gold seiner Frau Susann. Sowohl bei der Siegerehrung, als auch bei der Medaillenzeremonie hielt er ein Bild von ihr in seinen Händen. Bilder, die die Welt bewegen…