Rein juristisch gesehen…

Ich wundere mich. Seit ca. einer Woche finde ich im Haus keine einzige leere Flasche mehr. Nicht im Flur, wo leere PET-Flaschen sonst zu landen pflegen, nicht in den Zimmern der Kinder. Das Haus ist quasi pfandflaschenfrei…

Da ich  in regelmäßigen Abständen für die Mineralwasserfraktion volle Flaschen besorge, kann ich die gähnende Leere nicht einordnen. Derweil  mir schwant, dass sich da wohl jemand eine neue Einkommenquelle erschlossen hat. Einfallsreich, muß ich schon sagen (falls sich mein Verdacht erhärtet), jedoch  juristisch gesehen nicht legal. Ich werde heute Mittag mal die rechtliche Frage klären, wem das Geld gehört, dass Leergut so bringt. Und erinnere mich, dass ich im vergangenen Dezember  die Verdienstfrage  schon mal familienintern geregelt hatte. Nicht von schlechten Eltern, das Kind. Wir müssen reden…

Wahres aus dem Poesiealbum

„Willst Du glücklich sein im Leben, trage bei zu andrem Glück, denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigne Herz zurück“.

An dieses Sprüchlein mußte ich heute  nach getaner Arbeit denken.  Spät gestern Abend hatte mich eine Bekannte angemailt: Ob ich ihrem autolosen Haushalt nicht zu einem Weihnachtsbaum verhelfen könne? „In mein Mini-Auto einen Baum?“ „Oh,  einen ganz kleinen, klappt bestimmt…“

Ich vermied, ihr zu schildern, dass ich noch nicht einmal dekoriert, geschweige denn gebacken habe, dass unser Baum frühestens am 23. vor unserer Haustür stehen wird, erzählte ihr nicht, dass Samstags mein einziger Tag zum Ausschlafen und meine To Do Liste für den Samstag schon beträchtlich war.

Wir verabredeten uns für den frühen Vormittag und ich wurde verzaubert von einem Weihnachtsbaumverkauf der anderen Art. Das Wunschbäumchen wurde vor unseren Augen geschlagen, Tannenzweige konnten wir mitnehmen soviel wir wollten und wurden genötigt, die selbstgemachten Plätzchen zu probieren und Glühwein oder Kaffee zu trinken…

Auf der Heimfahrt lief I. zur Höchstform auf.  Bekam leuchtende Augen vor Vorfreude auf das Schmücken ihres Bäumchens und steckte mich damit einfach an. Was soll ich sagen:  Ich kam auch in Fahrt: Fuhr Auto waschen und  saugen (längst überfällig), dekorierte das Haus mit Tannenwedel & Co., kaufte ein, kochte und staunte über den Zuwachs an Zeit, Energie und guter Laune. Ich glaub, ich kram mein Poesiealbum mal raus und schau, welche Weisheiten da sonst noch so rüberwachsen…

Einbildung

Sie haben es im Moment nicht leicht, meine Teilnehmer. Überall lauern Versuchungen in Form von Geschäftsessen, Adventsfeiern und Großmutters Stollen. Während die einen ihr Ziel auch in der Weihnachtszeit nicht aus den Augen lassen und nach dem Motto „nichts schmeckt so gut wie Schlanksein sich anfühlt“ quasi mit Scheuklappen an den Herrlichkeiten vorbei durch den Dezember eilen, reicht für manche auch das Wochenextra nicht, um die gegessenen Plätzchen unterzubringen. Da helfen weder Bananen für 0 ProPoints noch Bratäpfel oder Mandarinchen…

Heute waren wir mal wieder am Tipps sammeln: Wenn schon, dann möglichst kleine Plätzchen backen. Sich auf wenige Lieblingssorten begrenzen, denn je größer die Auswahl, desto größer die Gefahr.  Und suchst Du die Gefahr…na, Ihr wisst schon…Rezepte aus dem neuen Backbuch. Weniger Zucker als angegeben. Die Liste wurde immer länger.

Eine motivierte Abnahmeanfängerin, schwer entschlossen, sich ihr erstes Sternchen nicht durch ein paar läppische Plätzchen rauben zu lassen, angelt sich aus ihren vier Dosen je ein Stück und verschließt den Rest ordnungsgemäß in den  Schrank (mit Vorhängeschloß).

Aus meiner jahrelangen Erfahrung mit gewieften Teilnehmern aller Arten hier zwei weitere Erfolgsvarianten: Frau B (bin nicht ich), ihrer nächtlichen Anfälligkeit nur allzu gewahr, verfrachtet  gekaufte Süßigkeiten in die Nachttischschublade ihres Mannes. Und die Angst a) ihn aufzuwecken b) vor der Blamage läßt sie auch in solchen Härtezeiten nächtens unverrichteter Dinge wieder ins Bettchen krabbeln.

Frau R. allerdings wartet mit dem schärfsten Erfolgsmodell auf: Wenn die Versuchung anklopft, schaut sie sich die Leckerei  an, sagt sich: „Habs schon gegessen“ und gut ist. Wow 8)

Wenn sich herausstellt, dass das funktioniert, bin ich allerdings erledigt…

Dark Temptation

Eine (nicht meine) Teilnehmerin dämpft ihren Heißhunger auf Schokolade, indem sie ihren Mann mit dem Bodyspray von Axe „Dark Temptation“ einsprüht. Die Grundnote dieses Bodysprays besteht aus heißer Schokolade, Amber und Patchoulie. Die Herznote besteht aus Kirsche, Schokolade und Schlagsahne. Kombiniert mit der Kopfnote aus rotem Pfeffer, Ingwer, Koriander, schwarzem Basilikum und Salbei. So einfach ist das, den Schokohunger zu bezwingen.

Stürmen wir morgen den Rossmann und überraschen unseren Liebsten mit einem nachträglichen Nikolausgeschenk. Ganz selbstlos 8)

Schwelgen für 0 ProPoints

Wenn die  Produktneuheiten von Weight Watchers bei mir eintreffen, sitze ich erst mal da und schwelge…

Letzte Woche waren es die Choco Cookie Riegel, die einfach unwiderstehlich lecker sind. Heute kann ich problemlos für 0 ProPoints schwelgen.

Zwei dicke Rezeptbücher, ein Backbuch und „120 Klassiker der traditionellen Küche“ liegen auf meinem Schoß und ich weiß gar nicht, was ich davon zuerst ausprobieren soll (wobei es dann vorbei wäre mit der O-Nummer 8) )

Die vegetarischen Hauptgerichte haben es mir besonders angetan, doch ich befürchte, da kann ich in meinem Männerhaushalt nicht landen. Aber mit der Currywurst und den Westernkartoffeln kann ich auch bei ihnen und für wenige ProPoints voll punkten…

Zuhause

Vorweihnachtsbesuch bei meinen Eltern.

Weil sie so weit von uns entfernt wohnen, fallen spontane Besuche weg und ich nutze den zweiten Adventssamstag zu einem Wiedersehen. So schön, wieder mal „zu Hause“ zu sein. Und mir stellen sich folgende Fragen?

Warum riecht es zu Hause so einzigartig und heimelig ?
Warum schmeckt es nirgendwo besser als bei Mama?
Und werden meine Kinder das später auch mal sagen oder wenigstens denken?

Schön wars! Danke Mama! Satt und zufrieden freue ich mich auf eine neue volle Woche. Werde backen, schmücken, kochen und hoffen, dass auch meine Kinder  noch ein paar gute Erinnerungen von Muttern mitbekommen,bevor sie das Nest verlassen…

Vier Tassen Tee

Ziemlich verblüfft entdecke ich beim Mülleimer leeren  im Zimmer meines Sohnes die Überreste seines Adventskalenders. Und musste an den Marshmellow-Test denken, von dem ich neulich las. Man hatte kleinen Kindern ein Marshmellow auf den Teller gelegt und ihnen versprochen, wenn sie mit dem Aufessen warten würden, bis X zurückkäme, würden sie eine umso größere Belohnung bekommen. Fazit der Untersuchung viele Jahre später: Wer beim MM-Test lange hatte warten können, war später offenbar besser in der Schule und hatte auch sonst weniger Probleme im Leben…

Weil Sohnemann mir leid tat,  in unserem zuckerlosen Haushalt schon am 4.Dezember so ganz ohne Kalender dazustehen, besorgte ich ihm heute  einen 99 Cent Kalender  und habe gerade  mal nachgefragt: Inzwischen hat er bis Tag 4 aufgeholt und sich soeben gefragt, ob wir nicht bereits den 5. Dezember haben 8) Welche Zukunft wird dieses Kind erwarten…

Auch ich habe inzwischen den zweiten Kalender „angebrochen“ und bin am Aufholen: Gestern brachte mir Frau K. einen Tee-Adventskalender mit.

Erstes Törchen: Dankeschön-Tee. In jeder Hülle steckt noch mal ein Sinnspruch. Für den ersten Dezember: Glaube ist der Vogel, der singt, wenn die Nacht noch dunkel ist…

Als zweites ein „Alles Liebe-Kräutertee“ und ein neuer schöner Spruch…. So darf ich heute guten Gewissens vier Törchen öffnen und kann meinen Sohn eigentlich ziemlich gut verstehen…

Auch psychologische Untersuchungen haben ihre Grenzen…

Luxus

Für die einen ist Luxus Champagner. Für mich ist Luxus eine gemütliche Lesestunde mit einem neuen Buch, völlig zweckfrei. Es kann lustig sein, tiefschürfend, tragisch oder als Sachbuch daher kommen, aber ich genieße jede Sekunde.

Für die einen ist Luxus ein prestigeträchtiges Haus. Für mich ist Luxus, wenn es bei uns aufgeräumt und mollig warm ist. Der ultimative Luxus wäre wohl, wenn sich die Weihnachtsdeko mal von selber drapiert hätte. Hat sie aber nicht  und so dauert es noch ein paar Takte bis dahin…

Für die einen bedeutet Luxus, berühmte und angesehene Freunde zu haben. Für mich heißt  Luxus,  fünf Kinder zu haben, die sich gut verstehen, einen Mann, der auch nach 26 Ehejahren noch ziemlich angetan von mir ist, obwohl er auch meine Schattenseiten kennt  und als Freunde viele No Names, die ich aber alle mit Namen kenne und sie mich auch.

Für die einen bedeutet Luxus, nicht arbeiten zu müssen. Für mich heißt Luxus,  „es“  in meinem selbst gewählten Traumberuf  jeden Tag ein bisschen besser zu machen – und siehe da, es gibt  noch jede Menge  Platz nach oben…

Ich glaub, ich mach mich mal auf die Socken. Mollig warme Stube ade, schönes Buch, bleib am Fleck, Kinder, vertragt Euch…In 5 Stunden bin ich wieder da ….

Vergiß das Feiern nicht

Ich glaube, im Rückblick auf ein Jahr, ein Jahrzehnt, ein Leben erinnern wir uns eher nicht an die endlosen Arbeitstage, sondern besonders an die Gelegenheiten, wo wir den Alltag hinter uns gelassen und mit  der Familie oder Freunden gefeiert haben.

Gestern war so ein Abend: Zusammen mit 10  bestens aufgelegten Freundinnen einen schönen, lustigen, tiefsinnigen, pointslastigen, emotionalen Frauen-Feier-Abend gefeiert. Ich bereue nichts. Höchstens, dass wir das nicht schon öfters getan haben… 8)