Ein wenig lustig

Mein Sohn ist parteiisch! „Also Deine Spät-Gruppe am Donnerstag ist doch eindeutig am Besten“.

Eigentlich war ich fest davon überzeugt gewesen, dass eine große Stadt wie Würzburg ein Spättreffen um 20.00 Uhr brauchen würde. Aber nun hatte ich den Termin zwei Jahre durchgehend angeboten – und die Nachfrage war eher verhalten gewesen. Weihnachten sollte nun Schluss sein.

Doch plötzlich, nach zwei Jahren kam frischer Wind auf. In Form solch gut gelaunter, witziger, abnahmewilliger und motivierter Teilnehmer, dass die anderen regelrecht angesteckt wurden. Da ist ein Austausch, ein Vergleichen… Frau K und Herr M. – die zufällig am gleichen Tag eingestiegen waren, liegen seitdem im engen Wettstreit um Sternchen, 10 % und 10 Kilohürde… Es wird gelacht und dem oft so belasteten Thema „abgenommen oder nicht“  wird eine federleichte Note verliehen 🙂

„Es hat mir sehr gut in dem Treffen gestern gefallen“, schrieb mir heute Frau R. die den Termin eigentlich nur zum Ausweichen wahrgenommen hatte. „Ich glaube, diesen Termin behalte ich bei. Die sind ein wenig lustig. Nächste Woche tanze ich dann mit meinem Kaffee an“. Tanzen und Kaffee Donnerstags um 20.00 Uhr. Da muß man jung sein – oder man ist schon angesteckt. You`re welcome 🙂

Post-Erfahrung

Fünf Jahre nun bin ich Stammkunde beim hiesigen Postamt. Wenn ich komme, wächst in kürzester Zeit eine lange Schlange hinter mir. Immer, und zur Weihnachtszeit ganz besonders. Denn alleine, um meine verschiedenen Bareinzahlungen zu zählen und zu buchen, braucht die Dame am Schalter eine Menge Zeit. Aber ich benötige auch noch Briefmarken, verschicke Pakete… meine Liste ist beachtlich. So lasse ich eilige Rentner, die nur schnell eine Briefmarke holen wollen, geflissentlich vor. Ich will ihnen ersparen, zehn Minuten in der Schlange hinter mir stehen zu müssen 🙁

Und tröste die Beamtin mit sanften Worten wie: „Sie wissen doch, wenn ich da war, fängt gleich das Wochenende an“.

„Ich habe immer ein bisschen schlechtes Gewissen, wenn ich mit meinem Bündel ankomme“, lasse ich die Dame wissen, die ich nun schon seit fünf Jahren kenne. Wird sie mal vertreten, rollen die Aushilfen bei meinem Anblick mit den Augen. Anscheinend vergisst man das Erlebnis (mit der Schlange hinter mir) so schnell nicht…Zwei Studenten haben schon mal Wettzählen mit meinen Einzahlungen gemacht. Wer zuerst fertig ist…

„Es kann sein, dass ich ab Januar nicht mehr zu Ihnen kommen muß. Wahrscheinlich stelle ich auf Bankeinzahlungen um“, teile ich ihr heute mit. Und da setzt die Dame, deren Namen ich nicht kenne, ihr bedauerndstes und bezauberndstes Lächeln auf und sagt: „Das ist aber wirklich schade“.

Hat mir die nächste Stunde ebenfalls ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert 🙂

Glück ist ansteckend

„Warum sind Sie zu diesem Vortrag gekommen?“, frage ich eine Besucherin, die ich zum ersten Mal sehe. „Das Wort „Glück“ in der Überschrift hat mich so angesprochen“, antwortet die Dame.

Seitdem bin ich diesem Zauberwort auf der Spur. Heute hat die Mainpost mich weiter gebracht: Eine Langzeit-US-Studie des „British Medical Journal“ belegt, dass das Glück und der Gesundheitszustand eines Menschen entscheidend von seinem Umfeld abhängt. Während die Launen der Arbeitskollegen offenbar keine Auswirkungen auf den eigenen Gefühlszustand haben, können Nachbarn und Freunde das Glück eines Menschen ganz erheblich beeinflussen. Auch die geographische Nähe spielt eine Rolle.

So ist die Wahrscheinlichkeit für einen Menschen, glücklich zu sein, um 25% größer, wenn ein glücklicher Freund weniger als 1,6 Kilometer weit weg wohnt. Glückliche Nachbarn erhöhen die Wahrscheinlichkeit um 34%, in der Nähe lebende glückliche Geschwister um 14%, ein glücklicher Ehepartner allerdings nur um 8%.

Gerade bekomme ich eine taufrische Mail, triefend vor Glück, denn M. ist seit kurzer Zeit sehr glücklich verliebt und platzt fast vor Glück. Ich sitze am Computer bekomme eine ziemliche Welle Glück ab. Sie war halt nur einen Mouseclick von mir entfernt. Wer will noch???   🙂

Zum Dahinschmelzen

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen -man weiß nie, was man bekommt“ (Forrest Gump)

Es klingelt an der Haustür, weil die Post nicht durch den Briefschlitz passt. Ein dicker Umschlag von unserem Verlag. Und weil ich mit Prospektmaterial gerechnet habe und neugierig öffne, halte ich Sekunden später eine dicke Pralinenschachtel in der Hand. Ja ist denn schon Weihnachten???

Ich habe einen süßen Zahn – und was ich nun ganz bestimmt nicht geschenkt zu bekommen brauche, sind Pralinen. Höchstens als „Ersatzgeschenk“ zum Weiterverschenken, was aber auch nicht von besonders viel Phantasie zeugen würde…

Leider kann ich bei (geöffneten) Süßigkeiten nur schwer wiederstehen. Sie merken, die Schachtel ist inzwischen schon geöffnet. In dem Booklet, das der Pralinenschachstel beiliegt, stehen Sprüche wie „Stark ist, wer eine Tafel Schokolade mit bloßen Händen in vier Stücke zerbrechen kann – und nur eins davon isst (Judith Viorst). So stark bin ich nicht 🙁

Aber schlau, denn ich kenne wenigstens meine Schwäche. So kaufe ich Billig-Nutella, weil mein Sohn den Unterschied anscheinend nicht bemerkt und schon habe ich eine Versuchung weniger, besorge, wenn es denn sein muß zu Nikolaus und Co. prinzipiell Süßes, das ich nicht mag, Joghuretten, Spekulatius und backe keine Plätzchen… wann denn auch? Und auf der roten Couch hab ich ja jetzt mein Popcorn.

Ab morgen lasse ich die Pralinen brennen: 8 süße kleine Schokoladen Petit Fours aus Wachs 🙂

Testlauf geglückt

Gestern abend weihte meine Mitarbeiterin das neues Abrechnungsssystem ein. Und es funktionierte 🙂

Im Moment ist der Laptop noch langsamer als unsere bisherige Taschenrechnermethode, aber das wird! Puhh, bin ich erleichtert. Mit Genugtuung konstatiere ich: Wenn ich jetzt abends nach Hause komme, ist meine Abrechnung bereits „im Kasten“ und zwei Mouseclicks genügen und sie ist abgeschickt.

Nicht Coach, sondern  „Schlepperin“ hat Heike unsere Berufszunft in diesen Ausnahmewochen bezeichnet. (Irgendwie haben wir aber immer Ausnahmewochen, merke ich grade. Was soll ich erst im Januar oder Februar sagen…)  12 neue Produkte, das Auffüllen meiner normalen Bestände (wo sind denn heute die Nougatriegel, aus denen man die schönen Weihnachtsflorentiner backen kann…?), Waage, Karteikasten, Wochenmaterial – und nun also auch noch mein Laptop.

Für die Logistik meines „Kleinunternehmens“ geht eine Menge Zeit und Muskelarbeit drauf. Die Belohnung für mich sind dann sieben „runde“ Treffen und zufriedende Teilnehmer, die mir versichern, dass genau diese Stunde in der Woche ihnen enorm hilft und sie motiviert, am Ball zu bleiben.

Unperfekter Sonntag

Inzwischen ist das neue Abrechnungsprogramm installiert und ich übe. Ob ich mich in dieser Woche schon drantraue? „Musstest Du das?“, fragt mein Mann, der sich wundert, welche Arbeit ich mir da schon wieder zugemutet habe. Nein, ich musste nicht. Aber wenn ich das Programm mal so richtig gut beherrsche, habe ich es vielleicht bald jeden Tag viel leichter.

Die Palette, die ich in meinen Treffen anbiete, erweitert sich allein in dieser Woche um 12 neue Produkte. Meine Palette an Vorsätzen, angeregt durch das Meeting am Freitag, was ich selbst verändern und verbessern möchte wächst, naja, mindestens ebenfalls um 12 Punkte.
Einer davon: Ab Januar können meine Teilnehmer bei mir mit EC-Karte zahlen…

Für einen Sonntag habe ich mich heute zu viel mit der Arbeit beschäftigt. Ein freier Sonntag mit Zeit für Gott und die Welt ist einer meiner festen Vorsätze.  Heute war kein Mustersonntag 🙁

„Verbessern heißt sich verändern. Perfekt sein heißt demnach, sich oft verändert zu haben“, sagte Winston Churchill. Bis zur Perfektion bringe ich es weder während der Woche noch an Sonntagen. Aber schaffe es doch immer wieder, sowohl die Arbeits- als auch die Sonn- und Feiertage ziemlich zu genießen. Ist ja auch schon mal was 🙂

selbst und ständig

… nennt man das bei uns Selbstständigen. Während ich meinen obligatorischen Bürofreitag im Kaffeehaus und mit Kolleginnen durchgebracht habe, hat meine Arbeit treu auf mich gewartet. Und weil ich heute morgen noch ein Nikolausfrühstück mit Freunden draufsetzen musste, wartete sie treulich weiter. Auch während ich mit F. eine flotte Runde durch die Weinberge lief (Beates Lauftreff, ihr wisst schon), sie blieb unbeirrt auf dem Schreibtisch liegen und löste sich auch nicht in Wohlgefallen auf.

Das ist unser großer Vorteil: Wir können uns die Arbeit einteilen und haben dadurch viel mehr Möglichkeiten als normale Arbeitnehmer. Und nun sitze ich am Samstagabend mit Adventskerze, Teetasse und einer Riesenschüssel bestem Popcorn an meinem Schreibtisch und freue mich, wie ein Stapel (Karteikarten, Steuersachen, Post, Abrechnungen…) nach dem anderen verschwindet.

Das Walken mit F. war aufschlussreich: Sie hat in diesem Jahr 25 Kilo abgenommen, es fehlen ihr nur noch 6 Kilo zum Erreichen der Goldcard, aber die scheinen zu kleben! „Was würde es Ihnen denn bringen, wenn Sie diese 6 Kilo noch schaffen?“, frage ich sie… Und da kommt wieder die Psychologie ins Spiel. Denn wer etwas angefangen hat, möchte es im Normalfall auch zu Ende bringen. Wäre ja fast so, wie in der 13. Klasse zu sitzen und das Abitur nicht zu machen…“Ach, diesen positiven Druck, das Gewicht, das ich jetzt abgenommen habe, auch zu halten, das würde ich, glaube ich brauchen“.

Stimmt, die Goldcard wäre für F. echt Gold wert. Mit ihr dürfte sie jedes Treffen kostenlos besuchen, wenn sie das Gewicht hält. Denn der Kampf bleibt ja, aber während der Kampf mit Übergewicht zäh und deprimierend ist, belohnt der Kampf mit dem Wunschgewicht uns mit dem gesundheitlichen Plus und dem besseren Aussehen. Wie war das gleich…“Nichts schmeckt so gut, wie es sich anfühlt, schlank zu sein“.

Die Dame mit der roten Couch

Ein spannendes Meeting mit meinen Kolleginnen liegt hinter mir. Zusammen haben wir den Neuigkeiten der nächsten Monate gelauscht, Ideen getauscht und viel gelacht. Im schönsten Kaffeehaus von Bad Kissingen mit dem besten Kuchen und dem schlechstesten Service Kaffee getrunken, weiter getagt und zum krönenden Abschluß  mit dem „goldenen Kugelschreiber“ ausgezeichnet worden. Das einzige, was ich dafür getan habe: Seit 5 Jahren für Weight Watchers zu arbeiten. Was mir ein Vergnügen war 🙂

In Gedanken wandele ich schon in der Trinkhalle, um meinem Vater ein paar Flaschen Bad Kissinger Bitterwasser abfüllen zu lassen und verabschiede mich noch schnell von dem netten Herrn, der für den Webauftritt von Weight Watchers zuständig ist.

„Sind Sie nicht die Dame mit der roten Couch?“, fragt er mich – und meine Gedanken kehren blitzschnell in die Gegenwart zurück. Wie konnte er das wissen? Eine Blogleserin musste ihm sachdienliche Hinweise geliefert haben…. „Nein“, erklärte  er. Er wäre noch nicht auf meinem Blog gewesen, aber er habe davon gehört und würde doch mal gerne reinschauen“. Im Geist fing ich sofort an, allzu private Artikel zu löschen. Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung, wer meinen  Blog liest. Gut, Heike und Rita,  einige Teilnehmer, meine Tochter in Trier, vielleicht meine Schwägerin in Norwegen – aber die restlichen? Keinen Schimmer!  Ab und zu gucke ich auf die Webstatistik und staune.

„Quatsch“, denke ich dann, „nichts wird gelöscht. Ich bin wie ich bin und…“  Nein, bleiben tu ich ganz sicher nicht wie ich bin. Da fällt mir ein tolles Zitat ein, dass mir V., meine psychologiestudierende Tochter zugemailt hat: „Ein Mann, der Herrn K. lange Zeit nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: „Sie haben sich gar nicht verändert“. „Oh“, sagte Herr K und erbleichte. (Brecht)

Wäre ein richtig guter Anfang für meine Treffen nächste Woche. Und wenn die Leute gähnen, weiß ich, dass sie schon auf meinem Blog waren. Oder Brecht kennen. Oder beides 🙂

Nicht ohne meinen Kalender…

Ich bin ein echter Kalenderfan. Und habe seit mindestens 10 Jahren schon das gleiche schlichte Modell für momentan 3,99 €. Die schicksten Timer können mich nicht in Versuchung führen, Bianca Bleiers  Zeitplanbuch für Frauen (Mein Jahr), das ich geschenkt bekommen habe, ging kurz darauf in andere Hände über, Tempus brauche ich nicht,  denn ich will nur „diesen“.

Seit 10 Jahren bekomme ich genau dieses Modell von Sonja zum Geburtstag. Und ab dann freue ich mich aufs Übertragen in das blanke, vor mir liegende Jahr. Inzwischen habe ich meine wichtigsten Daten in einer Datei gespeichert und mache zum Jahresende ein kleines „Update“, das  ich in das neue Notizbuch einklebe… Die Telefonliste unserer wichtigsten Freunde wird verkleinert und hineingeklebt. Deswegen heißt es bei uns ständig: „Wo ist denn Dein Notizbuch…“ Und schon ist das neue Jahr „up to date“ Mit Vorfreude trage ich nun schon mal alles ein, was im nächsten Jahr Schönes auf mich wartet 🙂

Meine Kalender, lückenlos seit Jahren geführt, lassen mich immer wieder mal meine Lebensreise „Revue“ passieren. Grammatik, Stil und Schriftbild sind wild und fast planlos – aber wenn ich nach Jahren einen „Gedanken“, eine Erinnerung, einen Input von „damals“ suche, finde ich ihn hier ganz sicher.

Wenn ich eine Reise buche, stehen Buchungsnummern im Kalender am Abreisetag, Anschrift zum Hotel am Ankunftstag, wenn ich ein Mitarbeiterteam für ein Event zusamenstelle, stehen alle Planungsdetails irgendwo um dieses Datum herum plaziert – inspirierende Mind Maps lachen mich an, wenn ich mein Notizbuch mal wieder durchblätter, Vorsätze, Ideen für neue Projekte. Und während ich das scheibe,bekomme ich nicht nur Lust auf den neuen Kalender 2009, sondern auch zu stöbern, was ich mir in den anderen Jahren so gedacht, erkämpft und erträumt habe. Einiges ist inzwischen längst „normal“, aber einige Träume nehm ich mit ins „2009“

Adventsfrühstück

Ein bisschen aufgeregt waren wir ja. Ein paar befreundete Frauen aus der Gemeinde hatten zu einem feierlichen Adventsfrühstück in unsere Gemeindecafeteria eingeladen. Schon um 8.30 summte es wie im Bienenkorb, die Tische bogen sich förmlich und pünklich um 9.00 ging es los.

Bei „Macht hoch die Tür“ konnte jede Frau mitsingen – dann gab es erst mal Frühstück. Meins hatte 3 Points, nicht eingerechnet die unwiderstehlichen Plätzchen von Ruth 😉

Die Gespräche drehten sich um die Weihnachtstraditionen der Kindheit. Auf diese Weise erfuhr man gleich ein bisschen von der persönlichen Geschichte seines Gegenübers. Dann kam ein witziger Sketch mit Tiefsinn, bei dem die Souffleuse wider Erwartens nicht eingreifen musste und ein weiteres Weihnachtslied. Zum Schluss ein kurzes persönliches Wort zur wahren Bedeutung von Weihnachten – und mein Weihnachtslieblingslied  als Solo gesungen:

„Nur ein Stern verbreitet strahlend in dem Dunkel helles Licht. Gott wird Mensch und stiftet Frieden, Hoffnung, Freude, Zuversicht“.

Schön wars – für uns „Sisters“ – und ich glaube, für unsere Gäste auch!