Kauf ichs, dann brauch ichs

Ab und zu wird mir, schlicht durch die Existenz meiner großen Familie, die Eigenschaft der Superhausfrau angedichtet. Bin ich mitnichten 🙁

Natürlich verbessert man sich in 26 Hausfrauenjahren um ein Vielfaches. Mein Mann ist keinesfalls verwöhnt, aber doch von Haus aus anspruchsvoll was den „Mittagstisch“ betrifft. SchwieMu ist eine begnadete Köchin  und so ist mein Repertoire an Rezepten mit der Herausforderung gewachsen.

Inzwischen koche und backe ich ganz gerne. Während sich mein Jüngster eben die Grippe wegschlief, kochte ich als fürsorgliche Mutter kein Hühnersüppchen, sondern backte nach dem Mittagessen (hm, lecker Spätzle-Speck-Pfanne, leider alle alle) mal soeben eine leichte Pizza und, weil ich so gut im Schwung und der Ofen noch warm war, schnell ein paar Hefebrötchen hinterher.

Jetzt duftet es im ganzen Haus, ich hatte mein Küchenkontrastprogramm und Mann und Kinder freuen sich über das Wirken der Superhausfrau. Vielleicht bin ich ja doch eine 😉

P.S. Mit Kauf ichs, dann brauch ichs meine ich natürlich Hefe! Eine Superhausfrau sollte immer ein oder zwei Würfel frische Hefe im Haus haben. Kann man doch nicht kaputtgehen lassen. Zu Hefe hab ich eine regelrecht emotionale Beziehung, ich glaube, sie lockt das Superhausfrauenenzym  in mir hervor 🙂

Eine Dosis Mitleid

Manchmal tu ich mir selber leid 🙁
Zum Beispiel heute, als ich erst um 22.00 nach Hause kam und das reinste Fitnesstraining in Punkto Tische wuchten, Kisten schleppen und wie der Sausewind auf- und abbauen absolviert hatte. Alleine!

Warum habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich zu lau zum Laufen bin?  Ich trainiere täglich mit Gewichten, laufe Kilometer, um in Hallen Sterne zu verteilen und fröne zusammen mit den Teilnehmern meiner Lieblingssportart, dem Lachen. Unser Haus hat übrigens 44 Stufen (one way!!!)

Ich bin zum Umfallen müde und muß mich mal selbst zum Lachen bringen, dann gehts mir gleich besser.

Arzt: „Da sind Sie ja gerade noch rechtzeitig zu mir gekommen!“ Patient: „Ist es denn wirklich so schlimm?“ Arzt: „Das nicht. Aber einen Tag später und es wäre von selbst weggegangen!“

Es gibt lustigere Witze, ich weiß, aber das war mal ein Anfang, denn morgen soll bitteschön einen Tick mehr gelacht werden als gestern. Ist doch noch ausbaufähig, oder?

Schwester: „Herr Doktor, der Simultant aus Zimmer 12 ist gestorben.“ Dr: „Jetzt übertreibt er aber.“

Mir scheint, die Ärzte nehmen uns gar nicht ernst. Besser schön gesund bleiben! Wer viel lacht, bleibt gesünder, schläft besser und ich glaube auch, ist schlanker. Letzteres zu beweisen überlasse ich meine psychologiestudierenden Tochter, die sicher bald ein neues Forschungsprojekt sucht. Vorher backt sie mir auf ihrem Heimaturlaub Schokowaffeln. Donnerstagabend, nach meinem 7. Treffen Tochter + warme Schokowaffeln. Das ist Erholung pur, da brauch ich noch nicht mal mehr Witze. Macht aber auch nicht so schlank!

Der Geist war willig

und eigentlich auch das Fleisch. Denn immerhin transportierte dies mein Autochen zum vereinbarten Lauftreffpunkt. Aber keiner wartete auf mich, als ich pünktlich um 17.00 Uhr auf den Parkplatz rollte…“Was, dann fahren Sie einfach wieder heim?“, staunte neulich eine Bekannte. Ganz ehrlich: Ohne Begleitung fällt mir eine Stunde Walken zu schwer. Dazu brauch ich fremdes Fleisch und Blut 🙂

Da lobe ich mir die witzige Variante von Frau G. die bei schlechtem Wetter einfach 20 x die Stufen im Haus rauf- und runter rennt. Funktioniert bei ihr wunderbar. Unser Haus hat bestimmt 40 Treppen. Ich zähl gleich mal. Da könnte ich mich ja auch austoben! Oder such ich vielleicht gerade eine Ausrede? Eigentlich ist gar kein schlechtes Wetter. Wo die Ausreden aufhören, beginnt der Erfolg !

Statt allein zu laufen machte ich eine Runde Gehirnjogging und versuchte, herauszufinden, wem ich in dieser Woche was versprochen habe. Da würde eine große (Gehirnjogging)runde vonnöten sein:

Herrn W. hatte ich zugesagt, herauszufinden, wie viele Points sein geliebtes Schüttelbrot hat, welches er sich gar nicht mehr traut zu essen. Da muß ich mir erst mal ergoogeln, was Schüttelbrot eigentlich ist. Inzwischen bin ich schlauer, fitter sozusagen und weiß nun schon für Dienstag, dass Schüttelbrot pro 50 g. den Pointswert 3 hat. Geht doch, Herr W 🙂

Frau L. will unbedingt wissen, wie viele Points Mirakuli hat. Mirakuli gekauft und jetzt wird gerechnet und nicht die Packung hungrigen Mäulern vorgesetzt und entsorgt wie beim ersten Versuch.

D. will ein Kochbuch mitgebracht haben. Kochbuch ins Auto gelegt, denn was ich sofort erledige, kann ich vergessen…

Frau L. hatte ich ein Feedback bezüglich ihres Pointstagebuchs versprochen, per Email, weil ich vor Ort keine Chance hatte. Hui, beim genauen Durchlesen wurde ich richtig inspiriert, wie klug sie ihre paar Points anlegte. Ob sie in meinem Blog gelesen hat, dass auch ich mir kein Käsefrühstück mehr erlaube?

Und Herr L. wollte ja wissen, wie man die Fettstufen beim Käse einschätzt. Ich gebs ihm schriftlich per Email, meinem Lieblingsarbeitstool. Was war noch???

Eine perfekte Woche gibt es bei mir nicht. Irgendwas vergesse ich immer. Aber ich arbeite daran. Ich glaube, irgendwann bin ich so verbessert, dass ich sogar alleine laufen würde 😉

Die Fish-Strategie

Ein Leichtlesebuch über die Kunst, sich und andere zu motivieren ist Fish. Ausgerechnet beim Besuch des Fischmarkts in Seattle lernt Mary Jane von den Fischverkäufern eine wertvolle Lektion: Die haben nämlich eines Tages einfach beschlossen, den tollsten Job der Welt zu haben. Ihre vier Leitgedanken:

Möglichst viel Spielen und Spaß haben (Spaß hab ich schon, aber spielen…)
Anderen Freude bereiten (da geht noch was…)
Jeden Moment präsent sein (ausbaufähig)
Die eigene Einstellung wählen (hier kann ich endlich mal punkten, naja, meistens wenigstens)

Den Fischmarkt gibts natürlich wirklich. Wer glaubt, dass Fisch verkaufen langweilig ist, der schaue sich nur mal diesen You-Tube-Spot an. Ich sollte vielleicht in meinen Treffen anfangen, mit Soße Hollandaise zu werfen. Passt zum Lachs, ist leicht und würde 100%ig für Bombenstimmung sorgen.

Ihre Strategie ist falsch!

Der Satz traf mich wie ein Blitz… Ich war ein bisschen nachdenklich gewesen in den letzten Tagen. Hatte ich mir doch für dieses Jahr zum Ziel gesetzt, für den gleichen Erfolg/Ertrag ein bisschen weniger arbeiten zu müssen. Aber bis jetzt war ich so beschäftigt gewesen wie bisher.

Ich liebe meinen Job. Trotzdem gibt es noch eine Reihe anderer Dinge, für die mir im Moment die Zeit zu fehlen scheint. Freundschaften,  Gemeindeprojekte, neue Ideen umsetzen, Horizonterweiterung.  All das bleibt ein bisschen auf der Strecke, wenn das Hamsterrad  (ich liebe meinen Job) sich dreht.

„Ihre Strategie ist falsch!“ Welche Strategie? Könnte ich meine Aufgaben auch anders erledigen? Zeit, mich mal wieder ausführlich mit meiner Strategie oder sogar meiner neuen Strategie zu beschäftigen. Immerhin ist bereits Februar. Übrigens, hatte ich es schon gesagt? Ich liebe meinen Job…

Warum ist der Kopf rund? Damit das Denken seine Richtung ändern kann 🙂

90 Points

Zugegeben, ich hatte mich ein bischen geärgert, dass mein Mann sich diesen Christsstollen hat andrehen lassen, jetzt, mitten im Februar. Und irgendwie gehofft, er werde sich in Luft auflösen. Und eigentlich ist es ja auch so gekommen. Als meine Leute heute auf der Suche nach etwas Süßen so gar nicht fündig wurden, blieb der Blick meines Liebsten plötzlich an diesem Butterstollen hängen und ich hörte ihn sagen: „Ein Scheibchen gönn ich mir“.

Wohlwissend, dass ein Scheibchen schlappe 9 Points kostet, rührte ich nichts an. Ehrlich nicht. Und trotzdem war der Stollen am Ende des Tages eliminiert. 90 Points einfach mal so zur Kaffeezeit verputzt. Das wäre meine Pointszahl für fünf  ganze Tage. Wie viele Personen an der Sause beteiligt waren, verrate ich nicht. Aber mein Mann hatte Helfer 🙂

Kleine Entscheidung

Es gibt tägliche kleine Entscheidungen und ab und zu schwerwiegende, große. Heute stand eine kleine Entscheidung an. Mir reicht meine Pointszahl nicht mehr und als Sportmuffeline habe ich nur schwer die Möglichkeit, an Bonuspoints zu kommen. Jetzt bitte nicht nach dem Crosstrainer fragen, ja?

Deshalb muß ich beim Frühstück justieren. Ich habe ein  Winterfrühstück  und ein Sommerfrühstück. Im Moment, wo es morgens noch so kalt ist, frühstücke ich gerne getoastets Vollkornbrot mit Schinken und Käse. Doch so viel Sport könnte ich gar nicht machen wie der Käse Points verschlingt. Nun muß ich schon im bitterkalten Februar mein „Sommerfrühstück“ bemühen:  Joghurt oder Quark für 3 Points satt mit Obst nach Wahl, am liebsten wähle ich Himbeeren (aus der Tiefkühltruhe, nein, natürlich vorher aufgetaut). Heute gings los, es ist bald 14.00 Uhr und ich habe erst drei Points verbraucht…

Gemeinsam statt einsam

Nämlich gemeinsam etwas konstruktives tun, statt einsam „abzuhängen“.

Mein heutiges Alternativprogramm klang auf Anhieb nicht verlockend. „Hast Du Samstagmorgen Zeit, die Kinderräume in der Gemeinde mit umzuräumen? Schränke ausmisten, Sperrmüll wegfahren..?“ Da ich selber Kindermitarbeiter bin  (und als 5-fache Mutter jahrelanger, dankbarer Nutznießer dieses Superservice) und an diesem Samstag zufällig Zeit hatte, sagte ich mehr oder weniger begeistert zu.

„Wer nicht lernt nein zu sagen, wird immer wieder NEIN sagen müssen zu den eigenen Bedürfnissen und denen der Familie“.  Ich kann gut nein sagen. Weil ich ohne diese Eigenschaft in Aktivitäten ersticken und innerhalb von Wochen in den Burnout schlingern würde, schlage ich viele Anfragen von vornherein aus.  Die Lehrer meiner Schulkinder haben mich nur in Sonderfällen und zur Abschlußfeier kennenlernen dürfen und bei einem Elternstammtisch war ich in meinem ganzen  Leben noch nicht.

Diesen Arbeitseinsatz heute morgen sagte ich einfach mal zu und verbrachte drei geschäftige, produktive Stunden. Was alleine für jeden von uns eine Qual gewesen wäre, bewältigten wir im Team im Nullkommanix, Kaffee, Plausch mit inbegriffen. Sogar ein Mittagessen hatte jemand vorbereitet. Und inzwischen sitze ich mit bester Laune und gutem Gewissen auf der roten Couch und finde, dass JA sagen lernen genau so wichtig ist wie NEIN. Gerade wenn man sehr beschäftigt ist, belebt ein Alternativprogramm die Lebensgeister mindestens so gut wie das beliebte Ausspannen…

Ich hätte mich selbst um einen bewegten, fröhlichen Vormittag gebracht. So sind die Kinderräume wieder einladend, wir finden auf Anhieb Scheren und Stifte, der Sperrmüll aus den Schränken und die Stehrümmchen sind am richtigen Platz (auf dem Sperrmüll) und gegessen habe ich auch schon 🙂

Magnesiummangel

Obwohl ich nach diesem ausgefüllten, tollen Tag der offenen Tür gestern abend todmüde war, schlief ich schlecht. Immer wieder wachte ich auf und hatte Krämpfe in den Zehen. Magnesiummangel,  diagnostizierte ich und mußte aus medizinischen Gründen nächtens Käsebrote essen. Ausreden gibts…

Als ich mich in der ziemlich unterdurchschnittlich aufgeräumten Küche umsah – ich war von 8.00-22.00 außer Haus  gewesen und unsere Spülmaschine ist für den Rest der Familie äußerst schwierig zu finden, überfiel mich der Drang, schon mal für die Putzfrau vorzuputzen. Erst als ich die Ironie meines Ansinnes erkannte, ließ ich davon ab, verschwand Richtung Bett und schlief krampflos und satt (fast) bis die Putzfrau klingelte…