Geheimtipp

Ich geh nicht gerne einkaufen. Weder Alltägliches, noch Besonderes. Wahrscheinlich, weil es in einem Haushalt von unserem Anforderungsprofil ständig irgendwas zu besorgen gibt…

Vor ein paar Jahren verriet mir eine Freundin ihren Geheimtipp für den Kleiderkauf, den ich ebenfalls, man glaubt es kaum, eher wiederwillig absolviere:  Eine kleine, exquisite Boutique mitten in einem Wohngebiet im Würzburger Frauenland mit großer Auswahl auf kleinster Fläche.

Gibt man den engagierten Mitarbeiterinnen ein Stichwort (ich suche ein schönes, weibliches Kleid),  (ich brauche ein senfgelbes Top), (ich hätte gern ein Oberteil zu diesem Rock),  flitzen sie zwischen Umkleide und ihrem enormen Lager hin und her und sind kein bisschen angefasst, wenn auch das 10.Teil nicht den Vorstellungen entsprach. Uccello, Lebenslust zieht an.

Letzte Woche schrieb D. mir eine Mail. Falls wir genauso gerne Meeresfrüchte essen wie sie (man scheint mir das anzusehen 🙁 ) , möchte sie mir einen Geheimtipp geben, denn ich führe ja quasi jeden Dienstag auf dem Rückweg von Karlstadt nach Würzburg an Bella Italia vorbei!

Bingo!  Ein Geschäft nach meinem Geschmack! Man parkt vor der Tür, der Laden ist klein und übersichtlich und führt günstige Fischdelikatessen und Großpackungen Gemüse zu Spottpreisen: Ich packe meinen Einkauswagen voll, staune über die Preise und lasse mir vom freundlichen Herrn an der Kasse die Ware zum Auto tragen. 🙂 Und gleich heute gabs, aus gegebenem Anlaß, Garnelen satt! Obwohl, bei den Preisen brauchen wir jetzt noch nicht mal mehr einen Anlaß.

Jetzt wünsch ich mir, dass auch andere auf die Idee kommen, ihre Geheimtipps weiterzugeben. Zum Beispiel: Wenn Du abnehmen willst, gehst Du zu Weight Watchers. Tolles Konzept und richtig gut motiviert wirst Du da auch 8)

Muss ich erst 86 werden *

..wie Nadine Stair, die im hohen Alter zu folgenden Einsichten kam…

Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich es wagen, mehr Fehler zu machen. Ich würde mich entspannen. Ich würde alberner sein, als ich auf dieser „Reise“ war.  Ich würde mehr Chancen nutzen. Ich würde mehr Reisen machen. Ich würde mehr Berge besteigen und mehr Flüsse durchschwimmen. Ich würde mehr Eis essen und weniger Bohnen. Ich würde vielleicht mehr tatsächliche Sorgen haben, aber auch weniger eingebildete.

Sehen Sie, ich bin einer dieser Menschen, die Stunde um Stunde, Tag um Tag vernünftig und normal leben. Oh, ich hatte meine „Momente“, aber wenn ich es noch mal machen könnte, würde ich mehr solcher Momente haben. Ich würde Augenblicke sammeln statt so viele Jahre jedem Tag vorauszueilen.

Ich war einer dieser Menschen, die ohne Thermometer, einer heißen Wärmflasche, einem Regenmantel und einem Fallschirm nirgendwo hingingen. Wenn ich es noch einmal machen könnte, würde ich mit leichterem Gepäck reisen.

Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich im Frühling früher anfangen, barfuß zu gehen und im Herbst später damit aufhören. Ich würde öfter zum Tanzen gehen. Ich würde mehr Karusell fahren und mehr Gänseblümchen pflücken….

*Mein Appell: Wir müssen nicht erst 86 werden! Wir  können ab sofort den heutigen Tag genießen, jeden einzelnen Augenblick (solche wie die, die  Nadine Stair heute sammeln würde),  frei nach dem Motto: Dies ist der erste Moment vom Rest meines wundervollen, kostbaren Lebens!

Einsichten eines Ziellosen

„Nachdem wir unser Ziel völlig aus den Augen verloren hatten, verdoppelten wir unsere Anstrengungen“ (Mark Twain)

Als mir dieses Zitat heute auf dem Hörbuch (Mehr Zeit fürs Wesentliche) zu Ohren kam, mußte ich lächeln. Genau diese Anstengung, diese Panik, „es“ nicht zu schaffen, das Gewünschte doch nicht zu erreichen, das Wichtigste zu verpassen, bewirkt einen solch imensen Kräftestrudel.

Sich immer wieder auf das Ziel „einzunorden“ ,Leute, die bei mir abnehmen, mögen das Wort :-), den Kurs wenn nötig zu korrigieren, um nicht am Ende des Lebens sagen zu müssen: Viel gearbeitet, wenig erreicht, wenig gelebt..

Mit weniger Anstrengung die gesteckten Ziele zu erreichen, war letztes Jahr einer meiner Wünsche gewesen. Und, leicht zeitverzögert, scheint es in diesem Jahr zu klappen: Mehr Zeit fürs Wesentliche 🙂

Frisches Brot…

ist eigentlich das einzige (ernährungstechnische) Fettnäpfchen*, in das ich gelegentlich noch trete. Ein Brotnäpfchen, sozusagen!

Heute abend musste ich auf die Schnelle ein Extrabrot backen, weil in unserem Hause Kahlschlag herrschte.

Zum Glück hatte ich noch einen Würfel Hefe, Mehl und Haferflocken im Haus und zauberte (ganz ohne Thermomix, Heike und Rita) mal  fix ein leckeres Haferflockenbrot.

Das roch so unglaublich gut  (bitte nicht nach dem Rezept oder gar der PP-zahl fragen,  Brot und Brötchen backe ich eher  ohne Rezept), dass ich gezwungen war, eine 3/4 Stunde auf dem Crosstrainer zu verbringen – dann war die Versuchung verpufft – und die erste Hälfte des Brots von der hungrigen Familie auch schon wieder vertilgt. Die zweite Hälfte brauchen wir für morgen früh, nicht dass ich um 6.00 Uhr früh noch zum Bäcker muß 8)

*Andere Fettnäpfchen gibts natürlich noch jede Menge…

Erleichtert

Mein  Laptop war krank! Immer wieder stürzte er ab, meine Worddokumente wollte er schon gar nicht mehr lesen und Schreibarbeiten schienen ihn enorm anzustrengen und brachten ihn im Nu an die Grenzen…

Jetzt war er einen Vormittag beim Saubermann, der sich mit viel Gefühl der Reinigung des Kühlers widmete und seitdem läuft das gute Stück wieder. Dass ein bisschen Staub so viel ausmacht! Und wie halte ich meinen Haushalt in Zukunft staubfrei?

Mein eigener Coach

Während ich auf dem Crosstrainer stehe, schaue ich bevorzugt aufgenommene Fernsehsendungen.  Bei „wer wird Millionär“ hatte Günther Jauch einen Busfahrer auf dem heißen Stuhl. Gefragt, wofür er sein gewonnenes Geld investieren würde, meinte der: „In einen personal trainer“. Der ihm helfen würde, seine Wampe wieder wegzukriegen…

Das wärs doch…Ein eigener Coach, der mir morgens mein Obst schneidet, das Wasserglas hinstellt und  mich motiviert, wenn ich ausscheren will. Der mir schon morgens sagt, zu welcher Zeit mein Sportpensum ansteht und was heute dran ist.  Der dafür sorgt, dass ich ein leichtes, leckeres Mittagessen bekomme und der Obstkorb nicht leer wird.  „Schon auf Deine drei Liter Getränke gekommen, Beate? Nein… Komm, ich mach Dir einen Chai-Tee…“

Das Geld kann ich mir auch sparen und in andere Nettigkeiten (oder Notwendigkeiten wie wie die Klassenfahrt meines Sohnes) investieren… Bin mein eigener Coach. Das ungeliebte Wasser verschönere ich mir nun öfters mal mit einer Brausetablette, die angeblich Zink enthält und nach Ananas schmeckt. Auch ohne Obstschneidemaschine, die der neuste Hit bei meinen Teilnehmern ist, bekomme ich dank  jahrelanger Hausfrauenpraxis meine Birne und den Apfel in sekundenschnelle klein geschnitten und die Zeit auf dem  Crosstrainer versüße ich mir durch Hörbücher oder Sendungen wie Monk oder Millionär… Motivation, aus dem lateinischen von Motus, Bewegung, muss uns selber am meisten bewegen. Kann von außen verstärkt werden, aber am Besten, man ist gerne „sein eigener Coach“

Sag`s durch die Tüte

Als ich heute morgen aus dem Haus auf unseren ungestreuten Gehweg trat, lag dort im Schnee eine Packung Gelierzucker. Seitdem überlege ich, ob uns damit wohl jemand etwas sagen möchte, durch die Tüte sozusagen.

Nicht dass wir nicht gerne gestreut hätten, aber in den Würzburger Geschäften ist kein Streusalz mehr erhältlich. Nicht dass die Nachbarn gesteut oder ihr Stück Weg geräumt hätten. Aber vielleicht erwartet man von einem ordentlichen Pastorenhaushalt ja Höheres 8)

Wer kocht denn im Januar ein bzw. trägt Gelierzucker von A nach B? Ein Rästel….

SMS

„Hab zwei kleine Überraschungen für Dich und Du hast Dich darüber zu freuen“…Kleine Vorankündigung per SMS von meiner Tochter, die  in der Stadt weilt. Und dann kommt sie –  einfach mal so –  mit einer absolut kuscheligen Wolldecke für mich nach Hause und einer Fußcreme, die laut Werbung für „heiße Füße“ sorgen soll 🙂

Jetzt hab ich den Crosstrainer, die Wärmflasche, eine Kuscheldecke, Fußcreme und noch „Wen oder Was“ anderes gegen kalte Füße. Von mir aus kann der Winter lang werden. Ich befürchte nur, Rita und Birgit sind dagegen und Heike schwächelt auch schon…

Erste Vorteile der neuen Sportlichkeit

Pünklich um 06.20 stehe ich am Würzburger Hauptbahnhof und warte auf den (ICE) der nicht kommen mag. Weiß die Bahn eigentlich, welche mentalen Turbulenzen sie in den Köpfen ihrer Fahrgäste auslöst, die sämtliche Anschlusszüge verpassen? „S-Bahnen warten nie“, nahm mit der Schaffner jegliche Illusion, es trotz einer viertel Stunde Verspätung noch schaffen zu können. Statt mich noch mal in mein Konzept zu vertiefen, wäge ich nun im 5-Minuten-Takt ab, ob ich die Dame, die am Zielbahnhof auf mich warten würde, vorwarnen sollte oder nicht. Ich setze auf  Risiko.

Wir erreichten Frankfurt Hauptbahnhof in der Minute, in der die S-Bahn, die laut Vorhersage ja niemals wartet, den Bahnhof verlassen sollte. Statt  zu resignierten, rannte ich, so schnell meine hohen Hacken und das stellenweise Glatteis es zuließen Richtung S-Bahn. Ich schien zu fliegen, was ich nur meiner neuen Sportlichkeit verdanken kann und erreichte die S-Bahn beim Abpfiff.  Meine Lunge brannte wie Feuer – aber ich war drin!

Um 8.30 hatte ich meine Fassung wiedererlangt und war am Ziel. Ich lernte jede Menge netter Menschen kennen und erlebte einen überaus positiven Tag, der das morgendliche Tempo durchaus wieder wettmachte.

Heimwärts schien alles glatt zu laufen. Feierabendlich gestimmt rief  ich in meinen Mann an, berichtete begeistert, das am Morgen noch mal alles gut gegangen sei und ich nun im ICE sitze, der bereits termingerecht ins Rollen gekommen war…“ und Du kannst mich dann wie besprochen vom Bahnhof abholen.“

Ich schalte mein Handy aus, lehne mich entspannt zurück, da ertönt eine senore Stimme aus dem Lautsprecher:  Leider leider,  man bitte auch sehr, die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen, doch wegen umgestürzter Bäume müsse der Zug umgeleitet werden. Die verehrten Fahrgäste mögen sich auf 40-50 Minuten Verspätung einstellen. Meinen angedachten Abendtermin fürs Lauftreff konnte ich somit knicken (sorry Karin und…). Obwohl, mein Sportpensum hatte ich ja am Morgen schon absolviert. Adrenalinkick inklusive!

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Drohung

Das Führen des Pointstagebuchs gehört zum Konzept bei Weight Watchers. So erhalten die Teilnehmer einen genauen Überblick über den echten „Wareneingang“.

Je genauer sie sich an ihre tägliche Pointszahl halten, desto exakter und vorhersehbarer das Ergebnis.  Obgleich alle meine Teilnehmer über die Fähigkeit des Schreibens verfügen, ist das Führen des Pointstagebuchs  nicht bei allen gleich beliebt. Jeder hält es für das Erfolgsrezept schlechthin, aber so mancher „schwächelt“, wenn es um die tägliche Durchführung geht.

Bei Frau D. hatte die „verflixte dritte Woche“ zugeschlagen, nachdem sie einen bombastischen Start  hingelegt hatte. Mit schwacher Stimme gelobte sie, mir auch in den nächsten Wochen ein ausgefülltes Pointstagebuch mitzubringen.  Und da sie eine geschätzte Blogleserin ist – und vielleicht auch mal in Heikes Blog reingespitzt hat –  drohte ich ihr nach dem Vorbild meiner Kollegin, dass sie bei „nicht einhalten“ ihres Vorsatzes meinen Garten umgraben muss. Der zwar weit kleiner als Heikes Garten ist, aber steinhart. Versprochen!

P.S. Ist natürlich nicht meine übliche Methode, aber ich tippe, bei Frau D. durchaus Motivation genug. Man kennt sich 8)