Wenn ich nach einem Büro-Stubenhocker-Im Treffen-steh-Tag um 20.00 Uhr meinen Raum abschließe und am Himmel ein doppelter, leuchtender Regenbogen auf mich wartet, dann finde ich das einfach nur schön. Ich genieße den Augenblick, nehme mir Zeit, den Anblick ausgiebig zu würdigen, auch wenn ich ein paar Minuten später vom Fleck komme. Seeze the moment!
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Wen ich schön finde
„Was? Sie finden Angela Merkel attraktiv?“ Die Jornalistin am Ende der Leitung schien zu glauben, sie hätte sich verhört und fragte noch zwei Mal nach, ob sie mich wirklich richtig verstanden hatte. Dabei musste ihr durch meine kläglichen Erklärungsversuche doch klar gewesen sein, dass ich nicht Frau Merkels schöne Augen oder andere äußere Merkmale gemeint hatte, sondern das „Gesamtpaket“.
Es war Freitag Mittag 14.00 Uhr – für mich unverkennbar die ungünstigste Zeit für ein spontanes Telefoninterview. Ich flüchtete mit dem Telefonhörer aus der noch unaufgeräumten Küche in den Flur, wo es leider sofort Sturm läutete, denn Sohn Nr.1 wurde abgeholt. Warum haben Mütter eigentlich kein eigenes Zimmer? Ich wanderte mit dem mobilen Telefon in ein leeres Kinderzimmer, wo ich nach wenigen Minuten trotzdem „aufgespürt“ wurde, denn Sohn Nr. 2 wollte sich verabschieden und hatte noch Geld zu bekommen 🙁 Die junge Jornalistin blieb gelassen! Ich weniger! Mir wäre es lieber gewesen, ihre Fragen schriftlich zu beantworten, statt aus dem Stand – beziehungsweise in der Hocke im Kinderzimmer und der Hitze des Freitagnachmittagsgefechts Rede und Antwort zu geben wohlwissend, dass ein kleines Mikrophon alles aufzeichnet.
Wie mögen sich Politiker oder andere Prominente wohl fühlen, wenn Jornalisten sie mit Fragen überhäufen und jedes Detail ausgeschlachtet und jede Nuance ihrer Antworten gedeutet wird? Kurz bevor Eva Hermanns Buch „Das Eva Prinzip“ erschien, rief mich die MainPost an, fragte, ob ich von dem Buch gehört hätte und wie ich denn zu dem Inhalt stände. Arglos plauderte ich meine Ansichten und Einsichten aus und wunderte mich über die Stille in der Leitung. „Wird das aufgezeichnet?“ „Ja, klar!“ Sie sammelten schließlich Material für die nächste Ausgabe und meine Meinung – schon orginalgetreu – konnte ich Tage später in der Zeitung lesen.
Später kann man dann in aller Ruhe darüber nachdenken, ob die Antworten wohl spruchreif gewesen sind. Werden Menschen sich angegriffen fühlen? Was denken Sie über Schönheitsoperationen, Frau Nordstrand? Was halten Sie davon, wenn Menschen sich ein Magenband einsetzen lassen? Was verstehen Sie unter einer attraktiven Frau?
Ich finde Mutter Theresa attraktiv ! Und Corry ten Boom! Maria Prean! Und Angela Merkel. Ich finde Frauen attraktiv, die wissen, dass sie einen Wert und eine Aufgabe haben – und diese auch unverschämt – ich meine, ohne sich dafür zu schämen, tun. Wenn sie dann obendrein noch Zeit finden, ihre Hülle zu pflegen, umso hübscher fürs Auge. Die eigentliche Attraktion allerdings befindet sich innen 🙂
Echte Wiedersehensfreude
Als ich heute in der Stadt aus meinem Auto stieg, parkte neben mir eine inzwischen vollendete Teilnehmerin – will sagen ein Goldmitglied 🙂 . „Ich habe schon die ganze Woche an Sie gedacht und der Brief an Sie ist schon mehrfach vorformuliert – halt nur noch nicht abgeschickt….“ R. freute sich so sehr, mich zu sehen, dass Sie mir (ich darf doch…) um den Hals fiel 🙂 Wenn Sie mir um den Hals fallen dürfen, liebe R., dann sag ich jetzt R. und nicht mehr Frau D 🙂
R. liest öfters mal meinen Blog mit – und bei meinem Posting „Abgemeldet“ – hatte sie wohl ein bisschen siniert, dass ja auch sie sich wieder mal melden könnte. Witzigerweise habe ich auf dieses Posting eine Menge „Live-Reaktionen“ bekommen – dabei habe ich eigentlich eher öffentlich vor mich hingedacht…..
So unterhielten wir uns ein paar Minütchen und freuten uns beide sichtlich an der überraschenden Begegnung. Das Ende vom Lied ist, dass ich R. einen Brief schicke, denn vor lauter Wirbel und Arbeit war sie zum Abholen der Goldcard vor einigen Monaten nicht mehr gekommen.
Statt mir Briefe schreiben zu wollen, liebe R. und alle anderen Leser mit guten oder drückendem Gewissen können Sie gerne Postings kommentieren – nur beim ersten Beitrag ist eine Freischaltung meinerseits notwendig, ab dann kommen die Kommentare sofort.
Als ich mich in dieser Woche mal wieder über meine eigene Unbeherrschtheit geärgert habe (für Insider: Es handelte sich um die Tüte mit M&M, die ich gekauft hatte, um eine Teilnehmerin zu überzeugen, dass es gute Alternativen gibt – vielleicht Amarettini ….die Tüte M&M hatte immerhin schlappe 37 Points – liebe Insider, die Tüte ist leer und der Täter war kein Familienmitglied, sondern ich) – da drehte ich den Spieß einfach um: Meine Schwäche für Süßes verleiht mir beständig Bodenhaftung, ich werde meine unvollkommenen Teilnehmer wohl immer und ewig verstehen, denn ich bin selber nicht besser. Allerdings verdiene ich mit meiner Schwäche mein täglich Obstquark & Vollkornbrot, lerne jede Woche neue Menschen kennen und wenn ich Glück habe, fallen sie mir später sogar um den Hals 🙂
Schlimmere Dinge
Als die Mutter nach Hause kommt, findet sie auf dem Küchentisch einen Brief ihrer 14jährigen Tochter.
„Liebe Mami,
Es tut mir sehr leid, dir sagen zu müssen, dass ich mit meinem neuen Freund von zuhause weggegangen bin. Ich habe in ihm die wahre Liebe gefunden. Du solltest ihn sehen, er ist so süß mit seinen Tattoos und den Piercings und vor allem seinem Megateil von Motorrad! Aber das ist noch nicht alles, Mami, ich bin endlich schwanger, und Abdul sagt, wir werden ein schönes Leben haben in seinem Wohnwagen mitten im Wald! Er will noch viele Kinder mit mir, und das ist auch mein Traum. Und da ich draufgekommen bin, dass Marihuana eigentlich guttut, werden wir das Gras auch für unsere Freunde anbauen, wenn denen einmal das Koks oder Heroin ausgeht, damit sie nicht so sehr leiden müssen. In der Zwischenzeit hoffe ich, dass die Wissenschaft endlich ein Mittel gegen Aids findet, damit es Abdul bald besser geht, er verdient es sich wirklich! Du brauchst keine Angst zu haben, Mami, ich bin schon 14 und kann ganz gut auf mich selber aufpassen! Ich hoffe ich kann dich bald besuchen kommen, damit du deine Enkel kennenlernst! Deine geliebte Tochter
PS: Alles Blödsinn, Mami, ich bin bei den Nachbarn! Wollt dir nur sagen, daß es schlimmere Dinge im Leben gibt als das Zeugnis, das aufm Nachtkästchen liegt! Hab dich lieb!“
Was mach ich damit
Wenn es meine Absicht ist, möglichst viel Zeit zu sparen – etwa durch mein zwanzigstes „Zeitmanagementbuch“, meine Putzfee, die statt mir die Böden wischt und sogar bügelt, durch meinen neuen Dosenöffner 🙂 und strukturierte To-Do-Listen, dann sollte ich mir schleunigst Gedanken machen, was ich denn bloß mit der gewonnenen Zeit mache? Mehr Zeit für mich? Für andere? Mehr Zeit zum Ausruhen? Zum kreativ werden? Was mach ich bloß mit meiner gesparten Zeit?
Sehr beruhigend lese ich gerade die Worte in der Bibel: „Alles hat seine bestimmte Stunde. Für jedes Vorhaben unter dem Himmel gibt es eine Zeit…und auch hat Gott die Ewigkeit in unser Herz gelegt…“(Prediger 3 )
Vor mir liegt mein Paperblanks-Notizbuch, das gleiche, das ich Heike zum Geburtstag geschenkt habe und das jetzt ihr „Gute Gedanken Buch“ geworden ist. Hier hinein schreibe ich ausnahmsweise in Schönschrift (im Gegensatz zu meinem normalen Timer) 🙂 und nur strukturierte Impulse, die ich mir unbedingt öfter zu Gemüte führen möchte. Und beginne mal wieder, meine nächsten Ziele klar zu benennen. Im Fernsehen erlebe ich in diesen Minuten mit, dass unsere deutschen Fußballer ihr Ziel nicht erreicht haben. Da herrscht gerade Trauer. Wie in unserem Wohnzimmer auch 🙁
Meine kleine Schwäche
H. hat einen Schuhtick und kauft Schuhe, als müsste sie Tausendfüssler ausstatten. G. mag Parfüm – sie besitzt mehrere volle Sätzkästen mit den kultigsten Miniaturen und kauft immer noch zu. S. liebt Deko – und hat im Keller so viel Material gehortet, dass sie problemlos Ausstellungshallen dekorieren kann. Meine Schwäche dagegen ist harmlos: Ich liebe Managementbücher, Zeitmanagement, Livebalance. Stehe ich im Hugendubel vor den entsprechenden Regalen, setzt es bei mir regelrecht Glückshormone frei. Bitte schenkt mir keins, ich hab sie alle – von Seiwert bis Sabine Asgodom, vom Pippilotta-Prinzip bis „Organisieren sie noch oder leben sie schon“.
Ich lebe schon, aber ich liebe es, kreativ zu denken und doch gut zu organisieren. Und so habe ich eine herrliche Stunde mit meiner neusten Errungenschaft verbracht – und bin schon wieder ein bisschen glücklicher und gleichzeitig schlauer geworden. Ich hoffe, ich habe bald genug von diesen Büchern – oder ich ziehe das Beste aus allen und schreib ein Eigenes 🙂 Irgendwann!
Zähe Woche…
und diesmal bin ich erleichtert, dass das Wochenende kommt. Ob es am Wetter gelegen hat? Oder am Thema? Müßig, Stimmungen im Nachhinein zu analysieren. Für die nächste Woche habe ich „zur Entschädigung“ für meine Teilnehmer und mich ein paar Highlights eingebaut. Sie werden sich freuen.
Und wie immer am Freitag baue ich auch ein paar Highlights für mich ein. Mich selber wichtig nehmen, Zeit für meine eigenen Bedürfnisse zu nehmen, bewahrt mich davor, mich in die Märtyrerrolle der immer Gebenden, immer Arbeitenden zu sehen. Mit Erstauen stelle ich dann fest, dass mir jeder dieses Recht zugesteht!
Wer nicht genießt, wird ungenießbar – deshalb erkläre ich diesen Freitag zum FEIERTAG!
An Feiertagen wird wenig(er) gearbeitet, es gibt etwas Besonderes zu essen und frau hat Zeit, das Leben zu genießen.
Neulich las ich wieder einmal das faszinierende Buch „Ester“ in der Bibel. Nur 9 kurze, lehrreiche Kapitel. Welche Auswirkungen hatte das Leben dieser schönen Frau, einem jüdischen Waisenmädchen. Wenn ich bedenke, dass sie sechs Monate mit Myrrhenöl und weitere sechs Monate mit Balsamölen und anderen Schönheitsmitteln behandelt wurde, dann finde ich es nur legitim, heute einen absoluten Wellness- und Beautytag einzulegen.
Daniela sprach beim Frauenwochende über das Buch „Weißt Du nicht, wie schön Du bist“ und zitierte den Satz: Eine schöne Frau verkörpert: „Alles wird gut!“ 🙂
Pizzatomaten
Ich bin nicht gefühlter, sondern waschechter Linkshänder. Und hatte schon als Kind meine liebe Not, die Tinte im Heft beim Schreiben nicht zu verwischen. Mein Schriftbild war schon immer gewöhnungsbedürftig, feinmotorische Tätigkeiten wie Basteln, ausschneiden mit der Schere, sticken und stricken vermied ich weitgehend.
Und dass ich beim Dosenöffnen notorisch erfolglos war, schob ich bisher auf meine linken Hände. Nachdem ich drei Generationen Dosenöffner erlebt habe und meine Fähigkeit, geduldig an einer Sache dranzubleiben anscheinend nun ausgereift ist, mache ich seit einigen Wochen eine völlig neue Erfahrung. Denn wir haben einen neuen Dosenöffner, mit dem auch ich Dosen in Sekundenschnelle öffnen kann. Jede Dose Pizzatomaten mutiert zum Triumph.
Wenn ich mir vorstelle, welche Arbeitserleichterungen noch auf mich warten, wenn ich nur die passenden Mittel oder Gerätschaften habe 🙂
Der netten Dame von Vorwerk, die mir am Montag den Thermomix (wie meine Kolleginnen sagen: Die Arbeitserleichterunge schlechthin ) vorgestellt hat, gebe ich jetzt erst mal einen Korb. Ob sich eine Küchenmaschine für 960 Euro bei mir „bezahlt“ macht? Sooo gerne koche und backe ich auch wieder nicht.
Und mit jedem gebackenen Kuchen steigt das Risiko, zu viel davon zu essen. So genieße ich erst mal die Arbeitsersparnis „neuer Dosenöffner“ – kostet mich keinen Cent – und mit Pizzatomaten mache ich keine Pizza, sondern verwende es mit dem Gemüse der Saison für die herrlichsten Nudelsoßen für 0 Points. Wir lieben Pasta! Basta 🙂
Vernagelt
Montag- und Dienstagabend habe ich wohl die langweiligsten, unkreativsten und holprigsten Treffen seit meinem Anfang vor 5 Jahren gehalten. Das Thema war: „Urlaubsküche… sich von anderen Ländern inspirieren lassen“. Und wo ich sonst wirklich witzige Ideen haben kann, die richtigen Fragen stelle, kreative Kochideen für die schlanke Küche „mundgerecht“ aufbereite: Es war wie vernagelt. Der Funke wollte einfach nicht überspringen. An mangelnder Vorbereitung lag es nicht. Ich hoffe, meine Teilnehmer nehmen mir diese (wirklich einmalige) Gähnstunde nicht übel. Anscheindend bin ich für den Rest der Woche auf ihre starke Mithilfe angewiesen…..
Wie viele Teilnehmer heute abend, kurz vor dem Halbfinale wohl vor mir sitzen? Und ob ich im Laufe des Tages einen Kreativitätsschub in Sachen „Urlaubsküche“ bekomme? Ich bin gespannt.
Gänsehaut gibts auf jeden Fall auch ohne meinen Beitrag heute noch genug 🙂
Prinzessinnen
2o Frauen waren wir an diesem wunderschönen Wochenende – und fühlten uns wie Prinzessinnen. Das Wetter war eine Wonne, das Essen perfekt für Frauen wie uns, die Obst, Gemüse und gesunde Küche lieben – und die noble Ambiente des alten Schlosses tat sein übriges.
Das Allerschönste für uns Frauen war der Glücksfaktor „Zeit“. Zeit zum Reden, Austauschen, Walken… und natürlich Zeit, uns in das Thema „Inspiration für einen zufriedenen Alltag“ zu vertiefen.
Am ersten Abend gabs eine Überrraschungsfeier für das Geburtstagskind – mit Kaffee und edler Konditortorte – direkt vom Cafe Michel, 54 brennenden Kerzen und 19 Geschenken. Wie Barbara sich freute und wie sie sich ans Auspacken machte war ein Lehrstück für sich: Lange verweilte sie bei jedem Geschenk, betrachtete es, sagte ein paar Worte dazu, bedankte sich herzlich bei dem Geber und erinnerte mich, trotz ihrer 54 Jahre an ein kleines, glückliches Mädchen. Ich war froh, dass ich mir wirklich Gedanken gemacht hatte, was ihr Freude bereiten würde…
Da fiel mir ein Gedicht von Joachim Ringelnatz ein, dass ich seit Kindertagen kenne:
Schenke groß oder klein, aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gabe wiegen, sei dein Gewissen rein.
Schenke herzlich und frei. Schenke dabei,was in dir wohnt an Meinung Geschmack und Humor,
so daß die eigene Freude zuvor dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist, ohne List. Sei eingedenk, daß dein Geschenk du selber bist.
Eine der Frauen, die bei dem Wochenende dabei war, ist eine Schenkerin aus Leidenschaft. Sie scheint Menschen zu „beobachten“, um Möglichkeiten zu finden, ihnen eine Freude zu machen.
Einmal beobachtete sie, wie Ch. im Bücherladen unserer Gemeinde mit einer schönen Tasse liebäugelte. Nicht, dass Ch. sie sich nicht hätte leisten können – aber sie stellte sie doch wieder weg und kaufte nichts. Eine Woche später fragte meine „begabte“ Freundin: „Na, hast Du Dir die Tasse gekauft?“ „Nein!“ „Dann möchte ich sie dir gern schenken“ und schwupps, schon stand sie vor der verduzten Ch. So ist sie! (Das war die selbe Frau wie die mit den 15 Gläsern Nutella).
Kann man Schenken „lernen“? Die Auswirkungen sind auf jeden Fall so begeisternd, dass es ansteckend ist… und ärmer wird man keinesfalls dabei . (Vorsicht: Suchtfaktor)
Großzügigkeit ist eine echte Gabe Gottes – und wenn ich miterlebe, wie Menschen ihre Gaben ausleben und ihrem Schöpfer immer ähnlicher werden werde ich ziemlich begeistert 🙂
Vollgetankt mit Sonne, bestem Essen, wertvollen Impulsen und Eindrücken fuhren wir einer neuen Woche mit inspiriertem Alltag entgegen 😉