Außer Spesen nichts gewesen

…oder: Meine Erfahrungen mit Blockupy :-(

Sitze um 9.45 gefönt, meinem besten Himbeerblechkuchen und dreien unserer fünf ziemlich erwachsenen Kinder im Leihwagen. Mein Auto ist in der Werkstadt. “Brauchen wir den Navi?” fragt Sohn Nr.1, der den Wagen später zurückfahren soll…”Den Weg zu Oma und Opa sollte man ohne Navi kennen”, antworte ich mit leisem Spott…aber nur, weil man zu Oma und Opa echt nur auf der A3 bleiben muss…200 km bzw. 1 1/2 Stunden lang. Ganz einfach.

“Hast Du Dein Iphone dabei?”, fragt Sohn Nr. 2, der gerne zur Abwechslung ein bisschen gezockt hätte. Aber da ich wusste, ich würde es nicht brauchen, war es daheim geblieben. Noch schnell volltanken, dann ab auf die Autobahn.

Obwohl ich dank langjähriger, schlechter Erfahrungen ein gespaltenes Verhältnis zur A3 habe, lobe ich sie, während wir dahinsausen.”Guckt, wie schnell es geht, die Bauarbeiten haben sich gelohnt”.

Kurz vor Frankfurt warnt eine Anzeigetafel, das Tempo zu drosseln. Vollsperrung! Mein Frankfurter Bruder, der schon bei meinen Eltern eingetroffen ist, vermutet, dass die Polizei wegen Blockupy weiträumig abgesperrt hat. Auf der Abfahrt, auf die wir geleitet werden, ist in der Kurve ein LKW liegengeblieben. Eine Stunde geht gar nichts, nicht mal Schritttempo. Inzwischen ist es 13.00 Uhr. Wir versuchen es über die Dörfer. Nach dem Motto “Umwege erhöhen die Ortskenntnisse” lernen wir Ortschaften wie Stockstadt und Babenhausen kennen.

Besorgen uns eine Straßenkarte, um den Dschungel vor und hinter Frankfurt zu durchqueren. Eine Stunde später sind wir 5 km vorwärtsgekommen. Um 14.00 Uhr kommt die Autoschlange, in der wir stehen, an Mc Donalds vorbei.

Ich tausche die Gulaschsuppe meiner Schwester gegen einen Chickenwrap von Mc Donalds, bestelle großzügig, was alle Kinder mögen (Sohn 1 wählt einen Burger, der glatte 990 kcal. auf einmal ermöglicht und mir das leckerste Eis, was sie haben). Dann drehen wir um. Endloser Stau zurück. Sechs Stunden und zwei Beinahunfälle später, eine Tankfüllung ärmer und um eine Straßenkarte für 8,80 €  reicher, kommen wir um 16.00 Uhr zu Hause an.

Hätte der Navi uns geholfen? Mein Iphone? Hätten wir durchhalten sollen?  Vielleicht war das Ende meines neusten A3-Dramas in greifbarer Nähe gewesen. Zu Hause suche ich das Internet nach Hinweisen ab und finde nichts. War es ein böser Traum? Den Kuchen hab ich gleich im Auto gelassen. Morgen kommt die nächste Gelegenheit, zu feiern. Für heute langts mir.

2 Gedanken zu “Außer Spesen nichts gewesen

  1. Liebe Beate,
    das sind die Helden von heute: 6 Stunden auf der Autobahn!!! Du hast mein vollstes Mitgefühl. Meine Güte, ich wäre durchgedreht u. dann noch mit Kindern im Auto, auch wenn sie schon erwachsen sind. Meine wären wahrscheinlich nie mehr zu Oma u. Opa mitgefahren.
    Ich glaub, ich hätte vor lauter Frust bei McDonalds alles zusammengegessen, um meinen Frust abzubauen.
    Tapfer, dass du nur einen Wrap u. Eis bestellt hast: da bist du echt ein Vorbild.
    Nur noch- was ist ein Blockupy? Könnte dies zwar jetzt googeln, stell mir aber vor, dass die anderen LeserInen das viell. auch nicht wissen.
    Hoffentlich hast du dann gestern, Sonntag, etwas entspannen können u. bist wieder fit für die Woche.
    Liebe Grüße von Anni

  2. Schon das Blogschreiben hat mich ein bisschen entspannt :-)

    Blockupy war/ist die Demonstration letztes Wochenende wegen der Macht der Banken…da hat die Polizei in Frankfurt alle möglichen Vorkehrungen getroffen, damit es nicht zu Ausschreitungen kommt.

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